{"uid":"questions","title":"Fragebogen","metaTitle":"Fragebogen – Leitfaden Partizipatives Budget","text":"Du möchtest ein partizipatives Budget durchführen?\nDann gibt es einiges zu beachten. Dieser Leitfaden hilft dir, deine Erwartungen zu schärfen. Beantworte uns ein paar Fragen und wir sagen dir, welche Punkte du noch nicht bedacht hast.","children":[{"uid":"ideenumsetzung","uri":"questions/ideenumsetzung","multiple":false,"title":"Ideenumsetzung","question":"Wir beginnen mit dem Ende: Wer soll die eingegebenen Ideen umsetzen?","answers":[{"answer":"Wir (also die Prozessorganisation, z.B. eine Gemeinde) selbst","response":"<p>Ein partizipatives Budget, bei dem die Prozessorganisation (also zum Beispiel eine Stadtverwaltung) die eingegebenen Ideen selbst umsetzt, kann im internationalen Kontext als Standardfall angesehen werden. Dabei wollen die Projektorganisator:innen die Entscheidung über  einen Teil ihres Budgets/Haushalts partizipativ treffen. Die Grundidee dahinter ist eine weitergehende Demokratisierung der Budget-Debatten der öffentlichen Hand oder grösseren Organisationen. Diese Form der Umsetzung wurde in der Schweiz bisher noch nicht getestet und hat auch noch keine rechtliche Legitimation erfahren (Stand Dezember 2022).</p>\n<p>Vielmehr wurden im Schweizer Kontext vor allem PB-Prozesse mit Umsetzungsverantwortung bei der Bevölkerung getestet und durchgeführt. Es wäre jedoch spannend, ein partizipatives Budget mit Umsetzungsverantwortung bei den Prozessverantwortlichen (bspw. bei einer Stadt)  für den Schweizer Kontext weiterzudenken resp. durchzuführen. Teilweise wurden auch schon eingereichte Ideen durch die Prozessorganisator:innen selbst umgesetzt, die viele Stimmen erhielten, aber nicht gewonnen haben.</p>\n<p>Habt ihr euch bereits Gedanken zu einem partizipativen Budget mit Selbstumsetzung gemacht? <a href=\"https://gemeinsamer.space/leitfaden\">Dann teilt es uns mit</a>!</p>"},{"answer":"Die Ideengebenden selbst","response":"<p>Partizipative Budgets werden international meistens so verstanden und organisiert, dass die Umsetzung der Ideen bei den Organisator:innen des Prozesses liegt (z.B. bei der öffentlichen Hand). Die Umsetzung der Ideen bei den partizipativen Budgets in der Schweiz liegt in der Verantwortung der Teilnehmenden. In diesem Sinne wird das partizipative Budget als partizipative Förderplattform für kleinere, hyperlokale Projekte verwendet. Dabei entstehen ein paar Besonderheiten:</p>\n<ul>\n<li>Ein solcher Prozess stützt sich stark auf ehrenamtliches Engagement derer, die am Ende die Projekte umsetzen.</li>\n<li>Dies führt zu einer eigenen Logik der Projekte: Es kann bei den Teilnehmenden keine Erfahrung im Projektmanagement oder eine gleiche Verbindlichkeit wie an regulären Arbeitsstellen vorausgesetzt werden.</li>\n<li>Es kommen erfahrungsgemäss auch nie alle Projekte zum Abschluss, und gewisse Projekte verändern sich im Verlauf der Umsetzung.</li>\n</ul>\n<p>Wird ein solcher Prozess gewünscht, empfiehlt sich einerseits seitens der Organisator:innen, die Abläufe so unkompliziert, anpassungsfähig und niederschwellig wie möglich für die Teilnehmer:innen zu gestalten. Dazu ist es wichtig, frühzeitig auch die betroffenen Abteilungen der Organisator:innen (z.B. städtische Dienstabteilungen) in den Prozess einzubeziehen.</p>\n<p>Andererseits ist es wichtig, für die Teilnehmenden umfangreiche Unterstützungsleistungen wie z.B. Coaching-Angebote für die Projektentwicklung während des gesamten Prozesses (Ideeneingabe, Abstimmung, Umsetzungsphase) sicherzustellen. Ist dies nicht gewährleistet, nehmen nur diejenigen am Prozess teil, die viel Partizipations- und Projekt-Erfahrung haben und auch bereits an anderen Prozessen teilnehmen.</p>\n<p>Es gibt jedoch eine grundsätzliche Problematik, die möglichst früh im Projektablauf reflektiert werden soll: Das so verstandene partizipative Budget erzeugt Wettbewerb im ehrenamtlichen Bereich, in dem Konkurrenzdenken eigentlich nicht angebracht ist. So anregend dieses Format des partizipativen Budgets im Bereich von lokalen Kleinförderungen auch sein kann, so gross und verständlich kann dann auch die Enttäuschung ausfallen, wenn das eigene ehrenamtliche Engagement just nicht genügend Stimmen erhält. Dabei soll vor Projektbeginn reflektiert werden: Gibt es auch andere geeignete Methoden, um hyperlokale gemeinnützige Projekte zu fördern?</p>\n<p>Beispiel: Es wäre auch denkbar, eine Art ‘Quartierfonds’ zu errichten, die Kleinstbeiträge an ehrenamtliche und gemeinnützige Lokalprojekte vergeben; wie Erfahrungen in Vernier und Rotterdam zeigen, kann das sehr niederschwellig gestaltet werden und sogar weitgehend partizipativ, z.B. indem ein stets wieder neu gewählter Quartierrat über die Vergaben (mit)bestimmt.</p>"},{"answer":"Wir sind offen, wer umsetzt","response":"<p>Ein partizipatives Budget, bei dem die <strong>Prozessorganisation (also zum Beispiel eine Stadtverwaltung) die eingegebenen Ideen selbst umsetzt</strong>, kann im internationalen Kontext als Standardfall angesehen werden. Dabei wollen die Projektorganisator:innen die Entscheidung über  einen Teil ihres Budgets/Haushalts partizipativ treffen. Die Grundidee dahinter ist eine weitergehende Demokratisierung der Budget-Debatten der öffentlichen Hand oder grösseren Organisationen. Diese Form der Umsetzung wurde in der Schweiz bisher noch nicht getestet und hat auch noch keine rechtliche Legitimation erfahren (Stand Dezember 2022).</p>\n<p>Vielmehr wurden im Schweizer Kontext vor allem PB-Prozesse mit <strong>Umsetzungsverantwortung bei der Bevölkerung getestet</strong> und durchgeführt. In diesem Sinne wird das partizipative Budget als partizipative Förderplattform für kleinere, hyperlokale Projekte verwendet. Dabei entstehen ein paar Besonderheiten:</p>\n<ul>\n<li>Ein solcher Prozess stützt sich stark auf ehrenamtliches Engagement derer, die am Ende die Projekte umsetzen.</li>\n<li>Dies führt zu einer eigenen Logik der Projekte: Es kann bei den Teilnehmenden keine Erfahrung im Projektmanagement oder eine gleiche Verbindlichkeit wie an regulären Arbeitsstellen vorausgesetzt werden.</li>\n<li>Es kommen erfahrungsgemäss auch nie alle Projekte zum Abschluss, und gewisse Projekte verändern sich im Verlauf der Umsetzung.</li>\n</ul>\n<p>Wird ein solcher Prozess gewünscht, empfiehlt sich einerseits seitens der Organisator:innen, die Abläufe so unkompliziert, anpassungsfähig und niederschwellig wie möglich für die Teilnehmer:innen zu gestalten. Dazu ist es wichtig, frühzeitig auch die betroffenen Abteilungen der Organisator:innen (z.B. städtische Dienstabteilungen) in den Prozess einzubeziehen.</p>\n<p>Andererseits ist es wichtig, für die Teilnehmenden umfangreiche Unterstützungsleistungen wie z.B. Coaching-Angebote für die Projektentwicklung während des gesamten Prozesses (Ideeneingabe, Abstimmung, Umsetzungsphase) sicherzustellen. Ist dies nicht gewährleistet, nehmen nur diejenigen am Prozess teil, die viel Partizipations- und Projekt-Erfahrung haben und auch bereits an anderen Prozessen teilnehmen.</p>\n<p>Es gibt jedoch eine grundsätzliche Problematik, die möglichst früh im Projektablauf reflektiert werden soll: Das so verstandene partizipative Budget erzeugt Wettbewerb im ehrenamtlichen Bereich, in dem Konkurrenzdenken eigentlich nicht angebracht ist. So anregend dieses Format des partizipativen Budgets im Bereich von lokalen Kleinförderungen auch sein kann, so gross und verständlich kann dann auch die Enttäuschung ausfallen, wenn das eigene ehrenamtliche Engagement just nicht genügend Stimmen erhält. Dabei soll vor Projektbeginn reflektiert werden: Gibt es auch andere geeignete Methoden, um hyperlokale gemeinnützige Projekte zu fördern?</p>\n<p>Beispiel: Es wäre auch denkbar, eine Art ‘Quartierfonds’ zu errichten, die Kleinstbeiträge an ehrenamtliche und gemeinnützige Lokalprojekte vergeben; wie Erfahrungen in Vernier und Rotterdam zeigen, kann das sehr niederschwellig gestaltet werden und sogar weitgehend partizipativ, z.B. indem ein stets wieder neu gewählter Quartierrat über die Vergaben (mit)bestimmt.</p>"}]},{"uid":"projektansatz","uri":"questions/projektansatz","multiple":false,"title":"Projektansatz","question":"Welche strategische Rolle soll das partizipative Budget bei euch spielen?","answers":[{"answer":"«All In» – Das partizipative Budget soll das Instrument für eine breite Mitwirkung der Bevölkerung sein.","response":"<p>Ein partizipatives Budget wird oftmals mit grossen Hoffnungen für eine breitere Mitwirkung der Bevölkerung zur Gestaltung gesellschaftlicher Belange in Städten verknüpft, die es etwas zu differenzieren gilt:  Ein PB eignet sich dafür, engagierte Gruppen in Quartieren anzusprechen, neues Engagement von Einzelpersonen zu fördern und besonders auch jüngeren Menschen Zugang zu Verwaltung und Politik zu erleichtern. Darüber hinaus ist es jedoch kein Wundermittel, um umfassend alle Zielgruppen einzubeziehen und Stadtentwicklungsprozesse partizipativer zu gestalten. Überlegt euch daher, wie weitere Instrumente zur Mitwirkung eingesetzt werden könnten oder wie bestehende Formate auch in der Quartierarbeit zugänglicher für weitere Zielgruppen werden. Wie kann die Mitwirkung in formalen Prozessen (Abstimmungen, Wahlen etc.) gestärkt werden?</p>"},{"answer":"Wir sehen das partizipative Budget als Teil eines vielfältigen Fächers an Mitwirkungsinstrumenten","response":"<p>Mitwirkung der Menschen zu steigern ist für viele Städte ein wichtiges Ziel. Dies lässt sich sinnvollerweise mit einem breiten Set an Formaten erreichen, von denen das PB eines unter vielen ist.<br />\nEin partizipatives Budget eignet sich besonders dafür, engagierte Gruppen in Quartieren anzusprechen, neues Engagement von Einzelpersonen zu fördern und besonders auch jüngeren Menschen Zugang zu Verwaltung und Politik zu erleichtern. Je nach spezifischem Ziel können andere Formate wie Quartierarbeit, Stärkung der Mitwirkung in formalen Formaten oder Zukunftsprozessen ergänzend eingesetzt werden.</p>"}]},{"uid":"projektbegleitung","uri":"questions/projektbegleitung","multiple":false,"title":"Projektbegleitung","question":"Braucht ihr eine externe Prozessbegleitung?","answers":[{"answer":"Nein, wir schaffen das selbst.","response":"<p>Durch die verschiedenen Schweizer Pilotprojekte konnten bereits konkrete praktische Erfahrungen gesammelt werden. Die dazu erarbeiteten Berichte und dieser Leitfaden geben erste Anhaltspunkte für die Projektplanung. Darüber hinaus werden jedoch viele wichtigen Entscheide im Detail getroffen. Daher empfiehlt sich eine Kooperation zwischen der öffentlichen Hand und einer externen Prozessbegleitung, bei der die Rahmenbedingungen stets mit der Praxis gespiegelt werden können.<br />\nFolgende Bereiche sollen in der Kooperation vereinbart werden:</p>\n<ul>\n<li>IT-Infrastruktur</li>\n<li>Moderation der Plattform</li>\n<li>offline Events</li>\n<li>Vernetzungsarbeit</li>\n<li>Coaching-Angebote</li>\n<li>Kommunikation</li>\n<li>Medienarbeit</li>\n</ul>"},{"answer":"Wir wollen eine Kooperation mit einer externen Projektbegleitung","response":"<p>Durch die verschiedenen Schweizer Pilotprojekte konnten bereits konkrete praktische Erfahrungen gesammelt werden. Die dazu erarbeiteten Berichte und dieser Leitfaden geben erste Anhaltspunkte für die Projektplanung. Darüber hinaus werden jedoch viele wichtigen Entscheide im Detail getroffen. Daher empfiehlt sich eine Kooperation zwischen der öffentlichen Hand und einer externen Prozessbegleitung, bei der die Rahmenbedingungen stets mit der Praxis gespiegelt werden können.<br />\nFolgende Bereiche sollen in der Kooperation vereinbart werden:</p>\n<ul>\n<li>IT-Infrastruktur</li>\n<li>Moderation der Plattform</li>\n<li>offline Events</li>\n<li>Vernetzungsarbeit</li>\n<li>Coaching-Angebote</li>\n<li>Kommunikation</li>\n<li>Medienarbeit</li>\n</ul>"},{"answer":"Wir vergeben den gesamten Prozess extern","response":"<p>Eine externe Durchführung scheint viel Entlastung gerade für die Behörden zu bringen, die sich auf ihr Kerngeschäft fokussieren will. Kritisch ist aber zu prüfen, ob damit deren Einbindung in den Prozess (z.B. bei der Machbarkeitsprüfung von Vorschlägen) wie auch die Nähe zur Bevölkerung sinnvoll sichergestellt werden kann. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen und der Ziele eines PB raten wir eher davon ab.<br />\nStattdessen empfehlen wir eine Kooperation zwischen der öffentlichen Hand und einer externen Prozessbegleitung, bei der die Rahmenbedingungen stets mit der Praxis gespiegelt werden können.<br />\nFolgende Bereiche sollen in der Kooperation vereinbart werden:</p>\n<ul>\n<li>IT-Infrastruktur</li>\n<li>Moderation der Plattform</li>\n<li>offline Events</li>\n<li>Vernetzungsarbeit</li>\n<li>Coaching-Angebote</li>\n<li>Kommunikation</li>\n<li>Medienarbeit</li>\n</ul>"}]},{"uid":"projektbudget","uri":"questions/projektbudget","multiple":false,"title":"Projektbudget","question":"Wie hoch ist euer Projektbudget (inkl. Quartierbudget)? Wählt die Zahl, die am nächsten kommt.","answers":[{"answer":"Bis CHF 100’000","response":"<p>Mit einem Budget von unter CHF 100’000.- würden wir eher die Unterstützung anderer Formate wie Ideenwettbewerbe, Quartierarbeit oder Zukunftswerkstätte empfehlen. Ein partizipatives Budget kann damit nicht befriedigend umgesetzt werden.</p>\n<p><em>Hinweis: Die Zahlen orientieren sich an einer mittelgrossen bis grossen Stadt. Selbstverständlich sind kleinere partizipative Budgets, z.B. für Nachbarschaften, mit weniger Aufwand und kleinerem Quartierbudget möglich. Dennoch gibt es Fixkosten, die sich nicht skalieren lassen, beispielsweise die Entwicklung der Online Plattform. Diese Fixkosten können bei kleinen Budgets einen hohen Anteil ausmachen, so dass sich der Prozess erst ab einer gewissen Grösse lohnt. </em></p>\n<p>Die sinnvolle Wahl der Höhe der finanziellen Mittel für ein PB ist aufgrund der bisherigen Erfahrungen, auf die sich auch die genannten Zahlen abstützen, recht anspruchsvoll. Der Finanzbedarf hängt selbstverständlich von den Zielen des partizipativen Budgets, der Grösse und Vielfalt des Ortes/eines Quartiers, den begleitenden Massnahmen (Prozess) und dem Beitrag, der pro eingereichte Idee verteilt werden soll ab.</p>\n<p>Als Übung könnt ihr euch überlegen, wie das zu verteilende Quartierbudget im Verhältnis zu den übrigen Prozesskosten stehen soll – ausgehend davon, dass der Anteil der Fixkosten an euren Gesamtaufwand klein gehalten werden kann.</p>\n<ul>\n<li>Wenn das Quartierbudget tiefer als die Prozesskosten sind, habt ihr gute Chancen, einen breit abgestützten Prozess zu erreichen. Ihr müsst euch aber auf mögliche Kritik hinsichtlich den hohen Prozesskosten einstellen.</li>\n<li>Wenn das zu verteilende Quartierbudget deutlich grösser ist als die Prozesskosten, müsst ihr euch Fragen, ob ihr genug Geld für die Projektbegleitung und das Coaching einkalkuliert habt. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn nicht die organisierte Zivilgesellschaft als Zielgruppe definiert wird.</li>\n</ul>\n<p>Es ist ein verständliches Anliegen, dass der Prozess möglichst kostengünstig gestaltet werden soll, um viele Ressourcen den eingereichten Projekten zukommen zu lassen. Damit gute und vielfältige Ideen eingereicht und darüber abgestimmt werden kann, ist aber der Aufwand für die Prozess-Durchführung nicht zu unterschätzen. Er lässt sich auch nicht beliebig skalieren. Dies betrifft insbesondere die begleitende Kommunikation, um das Vorhaben bekannt zu machen und möglichst viele und gute Ideen zu erhalten, und das Coaching der Ideengeber:innen bei der Eingabe und bei der Umsetzung.</p>"},{"answer":"CHF 100'000 bis CHF 500‘000","response":"<p>Damit lässt sich ein partizipatives Budget umsetzen, allerdings sollten die Reichweite des Prozesses eingeschränkt werden (z.B. auf ein Quartier) wenn auch die eingereichten Ideen angemessen mit Geld versehen werden sollen. Es ist möglich, Ideen generieren zu lassen und in gewisser Form kommunikativ zu begleiten.</p>\n<p><em>Hinweis: Die Zahlen orientieren sich an einer mittelgrossen bis grossen Stadt. Selbstverständlich sind kleinere partizipative Budgets, z.B. für Nachbarschaften, mit weniger Aufwand und kleinerem Quartierbudget möglich. Dennoch gibt es Fixkosten, die sich nicht skalieren lassen, beispielsweise die Entwicklung der Online Plattform. Diese Fixkosten können bei kleinen Budgets einen hohen Anteil ausmachen, so dass sich der Prozess erst ab einer gewissen Grösse lohnt. </em></p>\n<p>Die sinnvolle Wahl der Höhe der finanziellen Mittel für ein PB ist aufgrund der bisherigen Erfahrungen, auf die sich auch die genannten Zahlen abstützen, recht anspruchsvoll. Der Finanzbedarf hängt selbstverständlich von den Zielen des partizipativen Budgets, der Grösse und Vielfalt des Ortes/eines Quartiers, den begleitenden Massnahmen (Prozess) und dem Beitrag, der pro eingereichte Idee verteilt werden soll ab.</p>\n<p>Als Übung könnt ihr euch überlegen, wie das zu verteilende Quartierbudget im Verhältnis zu den übrigen Prozesskosten stehen soll – ausgehend davon, dass der Anteil der Fixkosten an euren Gesamtaufwand klein gehalten werden kann.</p>\n<ul>\n<li>Wenn das Quartierbudget tiefer als die Prozesskosten sind, habt ihr gute Chancen, einen breit abgestützten Prozess zu erreichen. Ihr müsst euch aber auf mögliche Kritik hinsichtlich den hohen Prozesskosten einstellen.</li>\n<li>Wenn das zu verteilende Quartierbudget deutlich grösser ist als die Prozesskosten, müsst ihr euch Fragen, ob ihr genug Geld für die Projektbegleitung und das Coaching einkalkuliert habt. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn nicht die organisierte Zivilgesellschaft als Zielgruppe definiert wird.</li>\n</ul>\n<p>Es ist ein verständliches Anliegen, dass der Prozess möglichst kostengünstig gestaltet werden soll, um viele Ressourcen den eingereichten Projekten zukommen zu lassen. Damit gute und vielfältige Ideen eingereicht und darüber abgestimmt werden kann, ist aber der Aufwand für die Prozess-Durchführung nicht zu unterschätzen. Er lässt sich auch nicht beliebig skalieren. Dies betrifft insbesondere die begleitende Kommunikation, um das Vorhaben bekannt zu machen und möglichst viele und gute Ideen zu erhalten, und das Coaching der Ideengeber:innen bei der Eingabe und bei der Umsetzung.</p>"},{"answer":"CHF 600’000 oder mehr","response":"<p>Falls finanzielle Mittel über CHF 600’000.- zur Verfügung stehen, lässt sich ein partizipatives Budget auch mit den Ansprüchen einer grösseren Stadt durchführen. Ein Beispiel war der Prozess «Stadtidee» (2021) der Stadt Zürich.</p>\n<p><em>Hinweis: Die Zahlen orientieren sich an einer mittelgrossen bis grossen Stadt. Selbstverständlich sind kleinere partizipative Budgets, z.B. für Nachbarschaften, mit weniger Aufwand und kleinerem Quartierbudget möglich. Dennoch gibt es Fixkosten, die sich nicht skalieren lassen, beispielsweise die Entwicklung der Online Plattform. Diese Fixkosten können bei kleinen Budgets einen hohen Anteil ausmachen, so dass sich der Prozess erst ab einer gewissen Grösse lohnt. </em></p>\n<p>Die sinnvolle Wahl der Höhe der finanziellen Mittel für ein PB ist aufgrund der bisherigen Erfahrungen, auf die sich auch die genannten Zahlen abstützen, recht anspruchsvoll. Der Finanzbedarf hängt selbstverständlich von den Zielen des partizipativen Budgets, der Grösse und Vielfalt des Ortes/eines Quartiers, den begleitenden Massnahmen (Prozess) und dem Beitrag, der pro eingereichte Idee verteilt werden soll ab.</p>\n<p>Als Übung könnt ihr euch überlegen, wie das zu verteilende Quartierbudget im Verhältnis zu den übrigen Prozesskosten stehen soll – ausgehend davon, dass der Anteil der Fixkosten an euren Gesamtaufwand klein gehalten werden kann.</p>\n<ul>\n<li>Wenn das Quartierbudget tiefer als die Prozesskosten sind, habt ihr gute Chancen, einen breit abgestützten Prozess zu erreichen. Ihr müsst euch aber auf mögliche Kritik hinsichtlich den hohen Prozesskosten einstellen.</li>\n<li>Wenn das zu verteilende Quartierbudget deutlich grösser ist als die Prozesskosten, müsst ihr euch Fragen, ob ihr genug Geld für die Projektbegleitung und das Coaching einkalkuliert habt. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn nicht die organisierte Zivilgesellschaft als Zielgruppe definiert wird.</li>\n</ul>\n<p>Es ist ein verständliches Anliegen, dass der Prozess möglichst kostengünstig gestaltet werden soll, um viele Ressourcen den eingereichten Projekten zukommen zu lassen. Damit gute und vielfältige Ideen eingereicht und darüber abgestimmt werden kann, ist aber der Aufwand für die Prozess-Durchführung nicht zu unterschätzen. Er lässt sich auch nicht beliebig skalieren. Dies betrifft insbesondere die begleitende Kommunikation, um das Vorhaben bekannt zu machen und möglichst viele und gute Ideen zu erhalten, und das Coaching der Ideengeber:innen bei der Eingabe und bei der Umsetzung.</p>"}]},{"uid":"projektziel","uri":"questions/projektziel","multiple":true,"title":"Projektziel","question":"Welche Projektziele/Bedürfnisse sollen zusätzlich zur verstärkten Mitwirkung erfüllt werden? Mehrere Antworten sind möglich.","answers":[{"answer":"Soziale Beziehungen in Quartieren und die Identifikation von Menschen mit ihrem Wohn- und Arbeitsort stärken","response":"<p>Soziale Beziehungen in Quartieren/Städten und die Identifikation von Menschen mit ihrem Wohn- und Arbeitsort sind zentral für zukunftsfähige Städte. Das Engagement dafür kann nachhaltig bspw. durch Quartierprojekte gestärkt werden, in denen Menschen erfahren, dass sie ihr Umfeld konkret mitgestalten können. Dafür ist es wichtig, dass die Teilnahmebedingungen unkompliziert und nicht zu rigid sind, dass es gewisse Gestaltungsspielräume gibt, welche von den Teilnehmenden auch selbst bestimmt werden können.</p>"},{"answer":"Hyperlokale Bedürfnisse sichtbar machen / erfüllen","response":"<p>Städter:innen sind die Expert:innen für ihre eigenen Alltagsräume, und kennen ihre hyperlokalen Bedürfnisse selbst am besten. Warum also nicht sie direkt fragen, was sie brauchen und direkt Ressourcen für die Umsetzung zur Verfügung stellen - ohne den Umweg über die Verwaltung oder das Stadtparlament? Entscheidungen in einem repräsentativen System (z.B. Parlament) haben den Nachteil, dass Menschen darin eben ‘nur’ repräsentiert werden und dadurch die kleinen, feinen, hyperlokalen Gegebenheiten und Bedürfnisse oft zu kurz kommen. Ausserdem macht es ja auch nur bedingt Sinn ,das Repräsentant:innen von Quartier A plötzlich über kleine Projekte in Quartier B mit-entscheiden müssen. Ein PB kann hier Abhilfe schaffen und den Bedürfnissen direkt dort entgegen kommen wo sie entstehen.</p>"},{"answer":"Dialog zwischen Stadt/Gemeinde und Bevölkerung stärken","response":"<p>Ein partizipatives Budget kann den Dialog der Bevölkerung mit der Stadt oder einzelnen Fachabteilungen stärken. Dies geschieht etwa über die gemeinsame Aushandlung der Rahmenbedingungen für die Umsetzung der Ideen. Wenn dieser Dialog gewünscht wird, braucht es eine Bereitschaft der involvierten Stellen, eine gute verwaltungsinterne Absprache (z.B. mit einem Koordinationstisch) sowie verschiedene Kommunikationswege zu den Teilnehmenden. Sollte der Dialog gelingen, so kann der Prozess als eine Art Demokratieschule verstanden werden.</p>"},{"answer":"Neue und bessere Lösungen ermöglichen","response":"<p>Im Zusammenhang mit neuen Innovationsdiskursen hat die Idee der Schwarmintelligenz an Bedeutung gewonnen. Durch den Einbezug von Vielen können andere Ideen entstehen als in kleinen Expert:innen-Gremien. Diese nehmen oftmals auch Bedürfnisse auf, die in der institutionalisierten Politik untervertreten sind oder nicht prioritär behandelt werden.</p>\n<p><em>Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass sich Kleinförderungen für lokale Projekte nicht besonders für solche Innovationsprozesse eignen. Und der Anspruch an Quartierprojekte sollte dies auch nicht sein, da der Fokus dabei auf hyperlokalen Bedürfnissen und sozialen Nähe-Beziehungen liegt.</em></p>"},{"answer":"Inklusion stärken","response":"<p>Mehr Inklusion beispielsweise der nicht stimmberechtigten Bevölkerung kann ein wichtiges Ziel eines PB sein, da hier formale Teilhabemöglichkeiten an ihre Grenzen stossen. Falls diese Inklusion das Ziel ist, muss eine gezielte Ansprache und Motivation dieser Gruppen erfolgen.</p>"}]},{"uid":"projektorganisation","uri":"questions/projektorganisation","multiple":false,"title":"Projektorganisation","question":"Nun zu euch: Wie seid ihr für das partizipative Budget in eurer Gemeinde und der Verwaltung organisiert? Welche interne Unterstützung gibt es?","answers":[{"answer":"Wir möchten das PB organisatorisch als Teil der Quartier- oder Stadtentwicklung unserer Gemeinde anpacken","response":"<p>Thematisch ergibt sich ein partizipatives Budget häufig aus Anliegen bzw. Strategien einer Quartier- oder Stadtentwicklung und ist auch dort angesiedelt.</p>\n<p>Es gilt aber zu bedenken, dass ein partizipatives Budget nicht nur von den eingereichten Ideen lebt. Vielmehr müssen diese durch die Verwaltung geprüft, ggf. mit Fachwissen ergänzt und v.a. unterstützt werden. Dies erfordert Engagement für die Idee und nicht zu unterschätzende Ressourcen.</p>\n<p>Daher ist die Integration aller Abteilungen frühzeitig nötig. und situativ zu klären. Dazu kann sich eine <strong>Begleitgruppe</strong> gut eignen, die jedoch auf eure konkrete Situation abzustimmen ist.<br />\n<br><br />\n<em><strong>Tipp</strong>: Überlegt euch vor dem Prozess, welche Ideen eingereicht werden könnten bzw. welche Ideen ihr einreichen würdet. Spielt den Prozess durch und fragt euch, bei welchen Abteilungen ihr Abklärungen, z.B. für die Umsetzbarkeit der Idee, treffen müsst. Gewinnt hier eure Vertreter:innen für die Begleitgruppe. Es lohnt sich, wenn ihr Menschen in der Begleitgruppe habt, die sich für das Instrument eines partizipativen Budgets begeistern lassen.</em><br />\n<br><br />\nAlternativ könnt ihr das partizipative Budget thematisch Einschränken (z.B. nur Ideen im Klima &amp; Umwelt-Bereich). Somit könnt die Begleitgruppe etwas klarer definiereren oder gar verkleinern. Beachtet aber, das viele Ideen im städtischen Raum einen hohen Querschnittsbezug aufweisen!</p>\n<p>Diese Frage zielte darauf ab, herauszufinden, wie der Prozess innerhalb der Verwaltung und auch innerhalb der Bevölkerung verankert ist. Wenn ihr einen ehrlichen, niederschwelligen Prozess für eine Stadt durchführen wollt, so seid ihr auf mehreren Ebene auf Unterstützung angewiesen. Nebst dem bereits Rückhalt innerhalb der der Verwaltung benötigt ihr auch einen klar ersichtlichen Bedarf für den Prozess seitens der Bevölkerung.</p>\n<p>Wurde ein partizipatives Budget von der Bevölkerung oder zivilgesellschaftlichen Organisationen gefordert? Dann habt ihr bereits erste Kontakte, die ihr zur Verankerung des Prozesses in der Bevölkerung nutzen könnt.</p>\n<p>Stammt die Vorgabe für die Prozessdurchführung aus einer städtischen Strategie? Dann solltet ihr zunächst überprüfen, wie dieses Ziel zustande kam und allenfalls weitere Bedürfnisse zum Prozess seitens der Bevölkerung einholen. Ansonsten läuft ihr in Gefahr, einen Prozess zu entwerfen, der in der gewählten Form der Bevölkerung nicht entspricht und somit auch nicht genutzt wird.</p>"},{"answer":"Wir planen eine Art Begleitgruppe","response":"<p>Ein partizipatives Budget lebt nicht nur von den eingereichten Ideen. Vielmehr müssen diese durch die Verwaltung geprüft, ggf. mit Fachwissen ergänzt und v.a. unterstützt werden. Dies erfordert Engagement für die Idee und nicht zu unterschätzende Ressourcen.</p>\n<p>Deshalb ist es sinnvoll, schon lange vor der Lancierung eines partizipativen Budgets, andere Abteilungen in die Planung und Umsetzung einzubeziehen. Dazu kann sich eine <strong>Begleitgruppe</strong> gut eignen, die jedoch auf eure konkrete Situation abzustimmen ist.<br />\n<br><br />\n<em><strong>Tipp</strong>: Überlegt euch vor dem Prozess, welche Ideen eingereicht werden könnten bzw. welche Ideen ihr einreichen würdet. Spielt den Prozess durch und fragt euch, bei welchen Abteilungen ihr Abklärungen, z.B. für die Umsetzbarkeit der Idee, treffen müsst. Gewinnt hier eure Vertreter:innen für die Begleitgruppe. Es lohnt sich, wenn ihr Menschen in der Begleitgruppe habt, die sich für das Instrument eines partizipativen Budgets begeistern lassen.</em><br />\n<br><br />\nAlternativ könnt ihr das partizipative Budget thematisch Einschränken (z.B. nur Ideen im Klima &amp; Umwelt-Bereich). Somit könnt die Begleitgruppe etwas klarer definiereren oder gar verkleinern. Beachtet aber, das viele Ideen im städtischen Raum einen hohen Querschnittsbezug aufweisen!</p>\n<p>Diese Frage zielte darauf ab, herauszufinden, wie der Prozess innerhalb der Verwaltung und auch innerhalb der Bevölkerung verankert ist. Wenn ihr einen ehrlichen, niederschwelligen Prozess für eine Stadt durchführen wollt, so seid ihr auf mehreren Ebene auf Unterstützung angewiesen. Nebst dem bereits Rückhalt innerhalb der der Verwaltung benötigt ihr auch einen klar ersichtlichen Bedarf für den Prozess seitens der Bevölkerung.</p>\n<p>Wurde ein partizipatives Budget von der Bevölkerung oder zivilgesellschaftlichen Organisationen gefordert? Dann habt ihr bereits erste Kontakte, die ihr zur Verankerung des Prozesses in der Bevölkerung nutzen könnt.</p>\n<p>Stammt die Vorgabe für die Prozessdurchführung aus einer städtischen Strategie? Dann solltet ihr zunächst überprüfen, wie dieses Ziel zustande kam und allenfalls weitere Bedürfnisse zum Prozess seitens der Bevölkerung einholen. Ansonsten läuft ihr in Gefahr, einen Prozess zu entwerfen, der in der gewählten Form der Bevölkerung nicht entspricht und somit auch nicht genutzt wird.</p>"},{"answer":"Projektleitung besteht aus verschiedenen Departementen","response":"<p>Euer partizipatives Budget scheint von verschiedenen Abteilungen der Stadt mitgetragen, was ein grosser Vorteil ist. Ein partizipatives Budget lebt nicht nur von den eingereichten Ideen. Vielmehr müssen diese durch die Verwaltung geprüft, ggf. mit Fachwissen ergänzt und v.a. unterstützt werden. Dies erfordert Engagement für die Idee und nicht zu unterschätzende Ressourcen. Daher ist die Integration aller Abteilungen frühzeitig und situativ zu klären.</p>\n<p>Ist die Projektleitung sehr divers aufgestellt, so müssen die Kommunikationswege und Zuständigkeiten klar definiert werden. Da viele Ideen für den öffentlichen Raum einen hohen Querschnittsbezug aufweisen, kann es sich dennoch lohnen, eine <strong>Begleitgruppe</strong> einzusetzen.<br />\n<br><br />\n<em><strong>Tipp</strong>: Überlegt euch vor dem Prozess, welche Ideen eingereicht werden könnten bzw. welche Ideen ihr einreichen würdet. Spielt den Prozess durch und fragt euch, bei welchen Abteilungen ihr Abklärungen, z.B. für die Umsetzbarkeit der Idee, treffen müsst. Gewinnt hier eure Vertreter:innen für die Begleitgruppe. Es lohnt sich, wenn ihr Menschen in der Begleitgruppe habt, die sich für das Instrument eines partizipativen Budgets begeistern lassen.</em></p>\n<p>Diese Frage zielte darauf ab, herauszufinden, wie der Prozess innerhalb der Verwaltung und auch innerhalb der Bevölkerung verankert ist. Wenn ihr einen ehrlichen, niederschwelligen Prozess für eine Stadt durchführen wollt, so seid ihr auf mehreren Ebene auf Unterstützung angewiesen. Nebst dem bereits Rückhalt innerhalb der der Verwaltung benötigt ihr auch einen klar ersichtlichen Bedarf für den Prozess seitens der Bevölkerung.</p>\n<p>Wurde ein partizipatives Budget von der Bevölkerung oder zivilgesellschaftlichen Organisationen gefordert? Dann habt ihr bereits erste Kontakte, die ihr zur Verankerung des Prozesses in der Bevölkerung nutzen könnt.</p>\n<p>Stammt die Vorgabe für die Prozessdurchführung aus einer städtischen Strategie? Dann solltet ihr zunächst überprüfen, wie dieses Ziel zustande kam und allenfalls weitere Bedürfnisse zum Prozess seitens der Bevölkerung einholen. Ansonsten läuft ihr in Gefahr, einen Prozess zu entwerfen, der in der gewählten Form der Bevölkerung nicht entspricht und somit auch nicht genutzt wird.</p>"}]},{"uid":"zielgruppe","uri":"questions/zielgruppe","multiple":false,"title":"Zielgruppe","question":"Gehen wir näher auf die Bevölkerung ein: Wen möchtet ihr mit dem partizipativen Budget primär erreichen?","answers":[{"answer":"«Alle» – Eine möglichst breit Bevölkerungsschicht","response":"<p>«Alle» zu erreichen wird häufig als Ziel in einem partizipativen Budget genannt. Die Erfahrungen bspw. aus Zürich zeigen jedoch, dass dies ein sehr hoher Anspruch ist und das Instrument Partizipatives Budget dieses Ziel nicht per se erreichen kann. Wird bspw. auf digitalen Plattformen gesetzt, kann dies für ältere Menschen eine Hürde sein. Besonders für prekarisierte Menschen (z.B. Armutsbetroffene, Migrant:innen) sind zudem die Schwellen der Teilnahme und Projektumsetzung oft sehr hoch.</p>\n<p>Um möglichst viele zu erreichen, könnt ihr auf folgende Punkte achten:<br />\n<br></p>\n<ul>\n<li><strong>Zielgruppengerecht kommunizieren</strong>: Wählt zielgruppengerechte Kanäle, Auftritte, Visualisierungen, Sprache usw.</li>\n<li><strong>Zielgruppen repräsentieren</strong>: Je eher die zu erreichenden Zielgruppen in der Organisation involviert sind, desto bessere Multiplikator:innen sind sie (z.B. in der externen Prozessbegleitung, in Begleitgruppen)</li>\n<li><strong>Mehrsprachig kommunizieren</strong>: Versucht, zumindest in den wichtigsten Nebensprachen zu kommunizieren.</li>\n<li><strong>Häufige physische Präsenz in den Quartieren und Stadtteilen</strong>. Das hilft u.a. Menschen, die weniger digital unterwegs sind, hilft den Prozess bekannter zu machen und macht deutlich, dass der Einbezug ernst gemeint ist.</li>\n<li>In allen Prozessschritten <strong>ein umfangreiches Unterstützungsangebot einrichten</strong>, z.B. bei der Nutzung der Plattform, Konzipierung und Umsetzung von Ideen, Suche nach Mitstreitenden für Ressourcen oder bei Anpassungen bei der Machbarkeitsprüfung.<br />\n<br><br />\nMit genügend Ressourcen habt ihr gute Chancen, einen breit abgestützten Prozess durchzuführen (<a href=\"https://gemeinsamer.space/processes/leitfadenPB\">Sehr gerne w&uuml;rden wir von euch h&ouml;ren, wie ihr das geschafft habt!</a>). Ansonsten solltest du dich auf eine Zielgruppe besonders fokussieren und dich fragen, wozu du die begrenzten Ressourcen einsetzen kannst, um explizit diese Gruppe bei der Prozessteilnahme zu unterstützen. Das bedeutet nicht, dass ihr andere Zielgruppen ausschliessen müsst, sondern dass ihr euch bei Kommunikationsmitteln und Vernetzungsarbeiten immer wieder fragt, wie sich aus deren Perspektive eine Teilnahme am Prozess anfühlen würde.</li>\n</ul>\n<p>Möchtet ihr aber eine möglichst breite Bevölkerungsschicht ansprechen und explizit auch Menschen ansprechen, die bisher bspw. noch nicht an der Stadtentwicklung mitwirken, so müsst ihr euren Prozess so niederschwellig wie möglich entwerfen. Das heisst, ihr dürft zu Beginn, insbesondere zur Eingabe von Ideen, nicht zu viele Vorgaben machen. So reichten bei der Quartieridee Wipkingen ein Titel und eine Beschreibung für die Eingabe. Das bedeutet aber auch, dass ihr viel Aufwand in die Präsenz vor Ort, die Begleitung der Ideeneingaben und die Vernetzung stecken musst, damit ihr die Verantwortlichen für solche Ideen nicht während des Prozesses verliert.</p>"},{"answer":"Wir haben eine sehr klar definierte Zielgruppe im Kopf","response":"<p>Ein partizipatives Budget eignet sich gut für Prozesse, bei denen die Zielgruppe eng definiert werden kann (z.B. in einer Anwendung innerhalb bspw. einer Quartierorganisation zur Verteilung eines Budgets). In solchen Anwendungsfällen kannst du die Kommunikation und das Prozessdesign auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe ausrichten - bestenfalls sogar mit dieser Zielgruppe gemeinsam</p>\n<p>Um eure gewünschte Zielgruppe möglichst genau zu erreichen, achtet auf folgende Punkte:<br />\n<br></p>\n<ul>\n<li><strong>Zielgruppengerecht kommunizieren</strong>. Wählt zielgruppengerechte Kanäle, Auftritte, Visualisierungen, Sprache etc.</li>\n<li><strong>Zielgruppe repräsentieren</strong>. Je eher die zu erreichenden Zielgruppen in der Organisation involviert sind, desto bessere Multiplikator*innen sind sie (z.B. in der externen Prozessbegleitung, in Begleitgruppen)</li>\n<li><strong>Mehrsprachig kommunizieren</strong>. Versucht, zumindest in den wichtigsten Sprachen der Zielgruppe zu kommunizieren.</li>\n<li><strong>Häufige physische Präsenz bei eurer Zielgruppe</strong>. Das hilft u.a. Menschen, die weniger digital unterwegs sind, hilft den Prozess bekannter zu machen und macht deutlich, dass der Einbezug ernst gemeint ist.</li>\n<li>In allen Prozessschritten ein <strong>umfangreiches Unterstützungsangebot einrichten</strong>, z.B. bei der Nutzung der Plattform, Konzipierung und Umsetzung von Ideen, Suche nach Mitstreitenden für Ressourcen oder bei Anpassungen in der Machbarkeitsprüfung.<br />\n<br><br />\nKlar ist: Ihr müsst euer PB basierend auf den spezifischen Zielen und Erwartungen, die in diesem Leitfaden thematisiert werden, entwerfen. Und ihr seht wohl recht schnell, dass die Bedürfnisse und Begründungen sehr unterschiedlich sein können und dass ihr mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen wohl nicht alles erreichen könnt. Ein Fokus auf einer klar definierten Zeilgruppe bedeutet nicht, dass ihr andere Zielgruppen ausschliessen müsst, sondern dass ihr euch bei Kommunikationsmitteln und Vernetzungsarbeiten immer wieder fragt, wie sich aus deren Perspektive eine Teilnahme am Prozess anfühlen würde.</li>\n</ul>"},{"answer":"Die bereits organisierte Zivilgesellschaft","response":"<p>Wenn sich der PB-Prozess an die organisierte Zivilgesellschaft richtet (Vereine, Kollektive o.ä.), können sich Einsparungen bei der aufzuwendenden Vernetzung und Unterstützung ergeben. Einerseits, weil die Zielgruppen bereits über Strukturen und Kenntnisse im Abwickeln von Projekten verfügen und der Prozess damit “hochschwelliger” aufgebaut werden kann. So können  Angaben bspw. zum Budget oder Zeitpläne einfacher eingefordert werden).</p>\n<p>Andererseits ist die organisierte Zivilgesellschaft eben bereits „organisiert“. Das bedeutet, es bestehen bereits Kommunikationskanäle und Ansprechpersonen, die genutzt werden können. Sie verfügen über eine gewisse Sichtbarkeit und über Wissen, wen sie weiter einbinden können und wie sie Informationen vermitteln können.</p>\n<p>Ein solcher Prozess kann ziemlich hochschwellig sein, darf aber nicht den Anspruch haben, die ganze Bevölkerung zu erreichen. Eine Niederschwelligkeit bzw. Zugang zu den Ideen wird dann meistens erst durch die Umsetzung der Ideen durch die zivilgesellschaftlichen Organisationen erreicht (Beispiel: Stadtidee Zürich).</p>\n<p>Das bedeutet nicht, dass ihr andere Zielgruppen ausschliessen müsst, sondern dass ihr euch bei Kommunikationsmitteln und Vernetzungsarbeiten immer wieder fragt, wie sich aus deren Perspektive eine Teilnahme am Prozess anfühlen würde.</p>"},{"answer":"Wir möchten  insbesondere diejenigen erreichen, die heute noch nicht an politischen Prozessen teilnehmen","response":"<p>Wenn ihr explizit diejenigen Menschen erreichen wollt, die sich heute nicht an den “üblichen” Mitwirkungsprozessen beteiligen, dann musst du Vorkehrungen treffen, um diese Menschen speziell zu erreichen. Alleine durch die Umsetzung eines partizipativen Budgets funktioniert das nicht.</p>\n<p>Stellt euch zunächst die Frage, welche Menschen ihr spezifisch mit dabei haben möchtest und fragt euch, weshalb sie heute nicht mitwirken: Ist es, weil sie von den bestehenden Instrumenten ausgeschlossen werden (z.B. weil sie nicht wahlberechtigt sind?) oder aufgrund fehlender Ressourcen (weil sie sich aufgrund der Lohn- und Carearbeit keine Zeit für Projekte aufwenden können)? Oder finden sie den Zugang zu den Informationen nicht, weil sie bspw. in deren Sprache nicht verfügbar sind? Oder ist die Teilhabe für sie schlichtweg nicht relevant, weil sie andere Interessen oder andere, dringendere Bedürfnisse haben als ein hyperlokales Quartierprojekt?<br />\nKlar ist: Ihr müsst euer PB basierend auf den spezifischen Zielen und Erwartungen, die in diesem Leitfaden thematisiert werden, entwerfen. Und ihr seht wohl recht schnell, dass die Bedürfnisse und Begründungen sehr unterschiedlich sein können und dass ihr mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen wohl nicht alles erreichen könnt. Versucht euch auf wenige Zielgruppen explizit zu fokussieren. Das bedeutet nicht, dass ihr andere Zielgruppen ausschliessen wollt, sondern dass ihr euch bei Kommunikationsmitteln und Vernetzungsarbeiten immer wieder fragt, wie sich aus deren Perspektive eine Teilnahme am Prozess anfühlen würde.</p>\n<p>Um eure gewünschte Zielgruppe möglichst genau zu erreichen, achtet auf folgende Punkte:<br />\n<br></p>\n<ul>\n<li><strong>Zielgruppengerecht kommunizieren</strong>. Wählt zielgruppengerechte Kanäle, Auftritte, Visualisierungen, Sprache etc.</li>\n<li><strong>Zielgruppe repräsentieren</strong>. Je eher die zu erreichenden Zielgruppen in der Organisation involviert sind, desto bessere Multiplikator:innen sind sie (z.B. in der externen Prozessbegleitung, in Begleitgruppen)</li>\n<li><strong>Mehrsprachig kommunizieren</strong>. Versucht, zumindest in den wichtigsten Sprachen der Zielgruppe zu kommunizieren.</li>\n<li><strong>Häufige physische Präsenz bei eurer Zielgruppe</strong>. Das hilft u.a. Menschen, die weniger digital unterwegs sind, hilft den Prozess bekannter zu machen und macht deutlich, dass der Einbezug ernst gemeint ist.</li>\n<li>In allen Prozessschritten ein <strong>umfangreiches Unterstützungsangebot einrichten</strong>, z.B. bei der Nutzung der Plattform, Konzipierung und Umsetzung von Ideen, Suche nach Mitstreitenden für Ressourcen oder bei Anpassungen in der Machbarkeitsprüfung.<br />\n<br><br />\nMöchtet ihr aber eine möglichst breite Bevölkerungsschicht ansprechen und explizit auch Menschen ansprechen, die bisher bspw. noch nicht an der Stadtentwicklung mitwirken, so müsst ihr euren Prozess so niederschwellig wie möglich ausgestalten. Das heisst, ihr dürft zu Beginn, insbesondere zur Eingabe von Ideen, nicht zu viele Vorgaben machen. So reichten bei der Quartieridee Wipkingen ein Titel und eine Beschreibung für die Eingabe. Das bedeutet aber auch, dass ihr viel Aufwand in die Präsenz vor Ort, die Begleitung der Ideeneingaben und die Vernetzung stecken musst, damit ihr die Verantwortlichen für solche Ideen nicht während des Prozesses verliert.</li>\n</ul>"},{"answer":"Vulnerable Menschen (z.B. Armutsbetroffene, Migrant*innen, …)","response":"<p>Partizipative Budgets, die als primäre Zielgruppe vulnerable Menschen im Fokus haben, sind nicht zielführend. <strong>Ein partizipatives Budget setzt sich enorm hohe Voraussetzungen</strong>:</p>\n<ul>\n<li>Die Wettbewerbsform bevorzugt grundsätzlich besser vernetzte oder populäre Ideen und <strong>benachteiligt Ideen, die auf die Bedürfnisse von Minderheiten zugeschnitten sind</strong>.</li>\n<li>Liegt die Umsetzungsverantwortung bei den Ideengebenden selbst ist ein <strong>grosser Anteil ehrenamtliches Engagement</strong> zu leisten; und das können sich nicht alle leisten.</li>\n<li>Die durch den Prozess bedingte Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Verwaltung und Zielgruppe ist bei vulnerablen Menschenn kann in bestimmten Fällen unerwünscht sein (z.B. bei Sans Papiers).</li>\n</ul>\n<p>Klar ist: Ihr müsst euer PB basierend auf den spezifischen Zielen und Erwartungen, die in diesem Leitfaden thematisiert werden, entwerfen. Und ihr seht wohl recht schnell, dass die Bedürfnisse und Begründungen sehr unterschiedlich sein können und dass ihr mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen wohl nicht alles erreichen könnt.</p>\n<p>Stehen vulnerable Menschen im Vordergrund, versucht die Hürden an den Prozess abzubauen, in dem ihr euch ausschliesslich auf diese Zielgruppe fokussiert und euch bei Kommunikationsmitteln und Vernetzungsarbeiten immer wieder fragt, wie sich aus deren Perspektive eine Teilnahme am Prozess anfühlen würde.</p>\n<p>Um eure gewünschte Zielgruppe möglichst genau zu erreichen, achtet auf folgende Punkte:<br />\n<br></p>\n<ul>\n<li><strong>Zielgruppengerecht kommunizieren</strong>. Wählt zielgruppengerechte Kanäle, Auftritte, Visualisierungen, Sprache etc.</li>\n<li><strong>Zielgruppe repräsentieren</strong>. Je eher die zu erreichenden Zielgruppen in der Organisation involviert sind, desto bessere Multiplikator:innen sind sie (z.B. in der externen Prozessbegleitung, in Begleitgruppen)</li>\n<li><strong>Mehrsprachig kommunizieren</strong>. Versucht, zumindest in den wichtigsten Sprachen der Zielgruppe zu kommunizieren.</li>\n<li><strong>Häufige physische Präsenz bei eurer Zielgruppe</strong>. Das hilft u.a. Menschen, die weniger digital unterwegs sind, hilft den Prozess bekannter zu machen und macht deutlich, dass der Einbezug ernst gemeint ist.</li>\n<li>In allen Prozessschritten ein <strong>umfangreiches Unterstützungsangebot einrichten</strong>, z.B. bei der Nutzung der Plattform, Konzipierung und Umsetzung von Ideen, Suche nach Mitstreitenden für Ressourcen oder bei Anpassungen in der Machbarkeitsprüfung.<br />\n<br><br />\nMöchtet ihr aber eine möglichst breite Bevölkerungsschicht ansprechen und explizit auch Menschen ansprechen, die bisher bspw. noch nicht an der Stadtentwicklung mitwirken, so müsst ihr euren Prozess so niederschwellig wie möglich ausgestalten. Das heisst ihr dürft zu Beginn, insbesondere zur Eingabe von Ideen, nicht zu viele Vorgaben machen. So reichten bei der Quartieridee Wipkingen ein Titel und eine Beschreibung für die Eingabe. Das bedeutet aber auch, dass ihr viel Aufwand in die Präsenz vor Ort, die Begleitung der Ideeneingaben und die Vernetzung stecken musst, damit ihr die Verantwortlichen für solche Ideen nicht während des Prozesses verliert.</li>\n</ul>"}]},{"uid":"laufzeit","uri":"questions/laufzeit","multiple":false,"title":"Laufzeit","question":"Wie lange dauert euer Prozess, vom Start der Ideeneingabe bis zur Bekanntgabe der Sieger*innenprojekte?","answers":[{"answer":"< 4 Monate","response":"<p>Das ist wohl zu kurz.</p>\n<p>Wir empfehlen, die Phasen des Miteinbezugs, d.h. Ideeneingabe und Abstimmungsphase je mind. 2 Wochen offen zu halten und auf keine Fälle in die Schulferien zu legen. Dazwischen, in der Kategorisierungsphase, empfehlen wir, genügend Puffer (2–3 Monate) zu haben. In dieser Zeit müssen umfangreiche Abklärungen getroffen werden: Verwaltungsintern, um beispielsweise die Machbarkeit der Idee abzuklären und mit der Bevölkerung, um weitere Informationen einzuholen oder die Ideen zu schärfen.</p>\n<p>Hier ist ein beispielhafter Zeitplan, welche die Urban Equipe basierend auf ihren Erfahrungswerten für die <a href=\"https://www.stadtidee.aarau.ch\">Stadtidee Aarau</a> zusammengestellt hat.<br />\n<br></p>\n<iframe width=\"1200\" height=\"800\" src=\"https://miro.com/app/live-embed/uXjVPrkq_dg=/?moveToViewport=-4761,-1774,6378,1543&embedId=175915569738\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" allow=\"fullscreen; clipboard-read; clipboard-write\" allowfullscreen></iframe>"},{"answer":"4 – 8 Monate","response":"<p>Gemäss unseren Erfahrung ist das in etwa die benötigte Zeitdauer für den Prozess.</p>\n<p>Wir empfehlen, die Phasen des Miteinbezugs, d.h. Ideeneingabe und Abstimmungsphase je mind. 2 Wochen offen zu halten und auf keine Fälle in die Schulferien zu legen. Dazwischen, in der Kategorisierungsphase, empfehlen wir, genügend Puffer (2–3 Monate) zu haben. In dieser Zeit müssen umfangreiche Abklärungen getroffen werden: Verwaltungsintern, um beispielsweise die Machbarkeit der Idee abzuklären und mit der Bevölkerung, um weitere Informationen einzuholen oder die Ideen zu schärfen.</p>\n<p>Hier ist ein beispielhafter Zeitplan, welche die Urban Equipe basierend auf ihren Erfahrungswerten für die <a href=\"https://www.stadtidee.aarau.ch\">Stadtidee Aarau</a> zusammengestellt hat.<br />\n<br></p>\n<iframe width=\"1200\" height=\"800\" src=\"https://miro.com/app/live-embed/uXjVPrkq_dg=/?moveToViewport=-4761,-1774,6378,1543&embedId=175915569738\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" allow=\"fullscreen; clipboard-read; clipboard-write\" allowfullscreen></iframe>"},{"answer":"> 8 Monate","response":"<p>Das ist wohl zu lang. Es wird schwierig, die Menschen in diesem Zeitraum konstant für den Prozess zu motivieren.</p>\n<p>Wir empfehlen, die Phasen des Miteinbezugs, d.h. Ideeneingabe und Abstimmungsphase je mind. 2 Wochen offen zu halten und auf keine Fälle in die Schulferien zu legen. Dazwischen, in der Kategorisierungsphase, empfehlen wir, genügend Puffer (2–3 Monate) zu haben. In dieser Zeit müssen umfangreiche Abklärungen getroffen werden: Verwaltungsintern, um beispielsweise die Machbarkeit der Idee abzuklären und mit der Bevölkerung, um weitere Informationen einzuholen oder die Ideen zu schärfen.</p>\n<p>Hier ist ein beispielhafter Zeitplan, welche die Urban Equipe basierend auf ihren Erfahrungswerten für die <a href=\"https://www.stadtidee.aarau.ch\">Stadtidee Aarau</a> zusammengestellt hat.<br />\n<br></p>\n<iframe width=\"1200\" height=\"800\" src=\"https://miro.com/app/live-embed/uXjVPrkq_dg=/?moveToViewport=-4761,-1774,6378,1543&embedId=175915569738\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" allow=\"fullscreen; clipboard-read; clipboard-write\" allowfullscreen></iframe>"}]},{"uid":"projektunterstutzung","uri":"questions/projektunterstutzung","multiple":false,"title":"Projektunterstützung","question":"Wie sieht die Unterstützung (z.B. Projektcoaching, Betreuung bei der Umsetzung) der Bevölkerung aus, die Ideen einreichen?","answers":[{"answer":"Es sind grundsätzlich keine Unterstützungsleistungen vorgesehen.","response":"<p>Mmmh, so einfach ist das leider nicht.</p>\n<p>PB-Prozesse, die stark auf Eigeninitiative der Beteiligten setzen, haben eine Knackpunkt: Je breiter die Teilhabe gewünscht wird, desto aufwändiger ist die Prozessbegleitung. Diese Unterstützung ist zwingend, da die Ideenentwicklung, -eingabe, und -abstimmung niemals für alle gleich trivial und/oder selbstmotivierend sind.<br />\n<br><br />\nAm zugänglichsten ist es, wenn die erste Eingabe von Ideen nur sehr wenig voraussetzt, z.B. nur einen Titel plus Kurztext. So können viele Menschen einfach mal einen Gedanken eingeben, ohne bereits Budget und Bewilligungen und Team etc. vorzeigen zu müssen und ohne sich bereits für die Umsetzung der eigenen Idee zu verpflichten. Die Erfahrungen in der Schweiz belegen dies bezüglich Inklusion. Eine solche Entscheidung im Prozess bedingt aber auch, dass in den weiteren Prozessschritten ein gutes Beratungs- und Austauschangebot vorhanden ist. Denn die meisten auf diese Weise eingegebenen Ideen sind noch relativ roh und müssen für eine nachvollziehbare Abstimmung konkretisiert werden (Budget ausarbeiten, Konzept schärfen, Ort und Mitstreiter:innen suchen, für die Abstimmung ansprechend aufbereiten, …).: Mit unkomplizierten Beratungs-Angeboten ist es gut möglich, dass auch projekt-unerfahrenen Menschen den Zugang zu diesem Prozess finden. Bloss, eben - der Austausch und die Beratungen sind dafür unumgänglich und mindert das nie ganz auszuschliessende Risiko von Projektabbrüchen im Projektverlauf.<br />\n<br></p>\n<h3>Kurz: Je niederschwelliger die allererste Eingabe von Ideen, desto aufwändiger ist die Projektbetreuung in den weiteren Prozessschritten.</h3>\n<p><br><br />\nJedes Quartierbudget muss also für sich beantworten, wie zugänglich der Prozess sein soll und wie viel Aufwand in der Prozessbegleitung möglich ist. Die Erfahrung zeigt, dass ohne bzw. mit wenig Unterstützung unbewusst nur Menschen in den Prozess inkludiert werden, die über Kompetenzen und Ressourcen verfügen und sich dessen auch bewusst sind. Das wichtigste ist, dass ehrlich kommuniziert wird: In einigen Situationen kann auch ein Prozess für Partizipations-Profis legitim sein - nur sollte dies dann auch so kommuniziert werden. Schwierig wird es, wenn man eigentlich einen sehr inklusiven Prozess anstrebt oder verspricht, aber es halt kein inklusiver Prozess ist, weil an der Unterstützung und am Austausch gespart wird.<br />\n<br><br />\nÜbrigens: Zur Beratung gehört auch, Ideengebende in Bezug auf Zeit- und Budgetplanung zu unterstützen, um Selbstüberschätzung und Selbstausbeutung entgegenzuwirken. Gerade Projekt-Unerfahrene tendieren dazu, Kosten und Arbeitsaufwand zu unterschätzen, was dazu führt, dass sie am Ende mit dem Projekt überfordert sind, sich überarbeiten oder zu wenig Budget eingeplant haben. Es gilt ausserdem, gerade ökonomisch weniger privilegierte Teilnehmende dazu zu ermutigen, nicht nur Sachkosten, sondern auch etwas für ihre Arbeit zu budgetieren und sie während der Umsetzung in der Lohnadmin zu unterstützen oder gar eine Art Payrolling anzubieten (denn auch sich selbst einen Lohn auszuzahlen, ist administrativ eine grosse Hürde). Ebenfalls hat sich gezeigt, dass geeignete Kontaktpersonen in den Ämtern, die in einer unterstützende Weise die Projektumsetzungen begleiten, sehr geschätzt werden. Die Umsetzende fühlen sich so nicht so alleine gelassen, insb. sollte es mal Unstimmigkeiten (z.B. wegen Bewilligungen) mit der Stadt geben. Unserer Erfahrung nach ist aber gerade die Projektunterstützung der Punkt im Prozess, der zu Beginn unterschätzt wird und häufig im Projektkonzept verkleinert oder ganz gestrichen wird. Wie können wir sicherstellen, dass die nötige Beziehungs- und Unterstützungsarbeit machbar und ein zentrales Anliegen im Prozess bleibt?<br />\n<br><br />\n<em>Habt ihr eine Idee dazu oder kennt Erfahrungsberichte? <strong><a href=\"https://gemeinsamer.space/processes/leitfadenPB/f/457/debates/42\">Lasst es und hier wissen!</a></strong></em></p>"},{"answer":"Wir coachen die Projekte","response":"<p>Das ist ein sehr wichtige Absicht!</p>\n<p>PB-Prozesse, die stark auf Eigeninitiative der Beteiligten setzen, haben eine Knackpunkt: Je breiter die Teilhabe gewünscht wird, desto aufwändiger ist die Prozessbegleitung. Diese Unterstützung ist zwingend, da die Ideenentwicklung, -eingabe, und -abstimmung niemals für alle gleich trivial und/oder selbstmotivierend sind.<br />\n<br><br />\nAm zugänglichsten ist es, wenn die erste Eingabe von Ideen nur sehr wenig voraussetzt, z.B. nur einen Titel plus Kurztext. So können viele Menschen einfach mal einen Gedanken eingeben, ohne bereits Budget und Bewilligungen und Team etc. vorzeigen zu müssen und ohne sich bereits für die Umsetzung der eigenen Idee zu verpflichten. Die Erfahrungen in der Schweiz belegen dies bezüglich Inklusion. Eine solche Entscheidung im Prozess bedingt aber auch, dass in den weiteren Prozessschritten ein gutes Beratungs- und Austauschangebot vorhanden ist. Denn die meisten auf diese Weise eingegebenen Ideen sind noch relativ roh und müssen für eine nachvollziehbare Abstimmung konkretisiert werden (Budget ausarbeiten, Konzept schärfen, Ort und Mitstreiter:innen suchen, für die Abstimmung ansprechend aufbereiten, …).: Mit unkomplizierten Beratungs-Angeboten ist es gut möglich, dass auch projekt-unerfahrenen Menschen den Zugang zu diesem Prozess finden. Bloss, eben - der Austausch und die Beratungen sind dafür unumgänglich und mindert das nie ganz auszuschliessende Risiko von Projektabbrüchen im Projektverlauf.<br />\n<br></p>\n<h3>Kurz: Je niederschwelliger die allererste Eingabe von Ideen, desto aufwändiger ist die Projektbetreuung in den weiteren Prozessschritten.</h3>\n<p><br><br />\nJedes Quartierbudget muss also für sich beantworten, wie zugänglich der Prozess sein soll und wie viel Aufwand in der Prozessbegleitung möglich ist. Die Erfahrung zeigt, dass ohne bzw. mit wenig Unterstützung unbewusst nur Menschen in den Prozess inkludiert werden, die über Kompetenzen und Ressourcen verfügen und sich dessen auch bewusst sind. Das wichtigste ist, dass ehrlich kommuniziert wird: In einigen Situationen kann auch ein Prozess für Partizipations-Profis legitim sein - nur sollte dies dann auch so kommuniziert werden. Schwierig wird es, wenn man eigentlich einen sehr inklusiven Prozess anstrebt oder verspricht, aber es halt kein inklusiver Prozess ist, weil an der Unterstützung und am Austausch gespart wird.<br />\n<br><br />\nÜbrigens: Zur Beratung gehört auch, Ideengebende in Bezug auf Zeit- und Budgetplanung zu unterstützen, um Selbstüberschätzung und Selbstausbeutung entgegenzuwirken. Gerade Projekt-Unerfahrene tendieren dazu, Kosten und Arbeitsaufwand zu unterschätzen, was dazu führt, dass sie am Ende mit dem Projekt überfordert sind, sich überarbeiten oder zu wenig Budget eingeplant haben. Es gilt ausserdem, gerade ökonomisch weniger privilegierte Teilnehmende dazu zu ermutigen, nicht nur Sachkosten, sondern auch etwas für ihre Arbeit zu budgetieren und sie während der Umsetzung in der Lohnadmin zu unterstützen oder gar eine Art Payrolling anzubieten (denn auch sich selbst einen Lohn auszuzahlen, ist administrativ eine grosse Hürde). Ebenfalls hat sich gezeigt, dass geeignete Kontaktpersonen in den Ämtern, die in einer unterstützende Weise die Projektumsetzungen begleiten, sehr geschätzt werden. Die Umsetzende fühlen sich so nicht so alleine gelassen, insb. sollte es mal Unstimmigkeiten (z.B. wegen Bewilligungen) mit der Stadt geben. Unserer Erfahrung nach ist aber gerade die Projektunterstützung der Punkt im Prozess, der zu Beginn unterschätzt wird und häufig im Projektkonzept verkleinert oder ganz gestrichen wird. Wie können wir sicherstellen, dass die nötige Beziehungs- und Unterstützungsarbeit machbar und ein zentrales Anliegen im Prozess bleibt?<br />\n<br><br />\n<em>Habt ihr eine Idee dazu oder kennt Erfahrungsberichte? <strong><a href=\"https://gemeinsamer.space/processes/leitfadenPB/f/457/debates/42\">Lasst es und hier wissen!</a></strong></em></p>"}]},{"uid":"medium","uri":"questions/medium","multiple":false,"title":"Medium","question":"In welcher Form findet euer partizipatives Budget statt?","answers":[{"answer":"Ausschliesslich online ","response":"<p>Partizipative Budgets sind in den letzten Jahren hauptsächlich als Online-Prozesse bekannt geworden, bzw. werden häufig primär digital durchgeführt. Auf einer digitalen Plattform können nicht nur alle nötigen Informationen zur Verfügung gestellt werden, sondern digital kann auch die Ideensammlung und Abstimmung abgewickelt werden.  Ein primär digitaler Prozess trägt ausserdem dazu bei, dass der Prozess raum- und zeitunabhängig durchgeführt werden kann und so eine breitere Bevölkerung erreicht wird, als wenn die Teilhabe nur an einzelnen Veranstaltungen im Quartier möglich wäre. Zudem sind die Skalierungskosten tiefer.</p>\n<p>Nichtsdestotrotz ist ein partizipatives Budget ein Prozess, welcher Veränderungen im öffentlichen Raum mit Menschen aus den Quartieren resp. Gemeinden bewirken soll. Eine reine Online-Durchführung kann eine Hürde darstellen bzw. gar ausschliessend wirken.</p>\n<p>Je nach Zielgruppe ist es zu empfehlen, zusätzlich analoge Kommunikation (z.B. Plakate/Flyer im Quartier) und physische Präsenz in den Quartieren (z.B. Infoanlässe, Vernetzungsevents, Aktionen…) durchzuführen. Diese Präsenz kann zu unterschiedlichen Zeitpunkten in verschiedenen Intensitäten stattfinden, jedoch sollten während des gesamten Prozesses stets Anknüpfungspunkte vom Quartier zur digitalen Plattform und umgekehrt geschaffen werden.</p>"},{"answer":"Ausschliesslich analog","response":"<p>Partizipative Budgets gab es bereits vor der Digitalisierung und können ausschliesslich analog durchgeführt werden (mehr Infos zur Geschichte der partizipativen Budgets gibt es hier). Der Prozessablauf ist also nicht unbedingt auf eine digitale Plattform angewiesen. Allerdings wird es sehr aufwändig, einen Prozess so zu schaffen, der v.a. analog stattfindet (Ideeneingabe, Abstimmung etc.), und trotzdem breit zugänglich sein soll.</p>\n<p>Ein grosser Nachteil ist zudem, dass keine Raum- und zeitunabhängige Informationsvermittlung über den Prozess stattfinden kann. Als Minimum empfehlen wir, eine Website zu gestalten, damit der Prozess und auch im Internet auffindbar sind.</p>"},{"answer":"Hybrid (Online-Plattform mit zusätzlichen analogen Mitteln gerade für Kommunikation und Vernetzung)","response":"<p>Auch aus unserer Erfahrung empfehlen sich hybride PB-Prozesse. Bei der Durchführung könnt ihr euch fragen: Welche Informationen müssen orts- und zeitunabhängig zur Verfügung stehen, weil sie beispielsweise einem grossen Publikum zur Verfügung stehen müssen (z.B. Prozessinformationen, Abstimmung)? Diese Informationen gehören auf die Website. Wo wollt ihr persönliche Kontakte und Vernetzungspunkte schaffen, bzw. Sichtbarkeit für euer Projekt im öffentlichen Raum schaffen? Diese Informationen solltet ihr vor Ort durchführen.</p>\n<p>Wichtig ist, eure analoge Kommunikation (z.B. Plakate/Flyer im Quartier) und physische Präsenz in den Quartieren (z.B. Infoanlässe, Vernetzungsevents, Aktionen…) auf eure Zielgruppen auszurichten. Diese Präsenz kann zu unterschiedlichen Zeitpunkten in verschiedenen Intensitäten stattfinden, jedoch sollten während des gesamten Prozesses stets Anknüpfungspunkte vom Quartier zur digitalen Plattform und umgekehrt geschaffen werden.</p>"}]},{"uid":"plattform","uri":"questions/plattform","multiple":false,"title":"Plattform","question":"Nun wird es noch etwas technisch: Habt ihr euch bereits Gedanken zur Online-Plattform gemacht?","answers":[{"answer":"Wir möchten eine Lösung komplett neu entwickeln","response":"<p>Eine eigene entwickelte Lösung ist dann sinnvoll sein, wenn ein grosses Entwicklungsbudget zur Verfügung steht und die Plattform z.B. integral an eine bereits bestehende städtische Infrastruktur angeschlossen werden kann. So könnt ihr genau das entwickeln, was ihr für euren Prozess braucht.</p>\n<p>Ein Nachteil ist, dass ihr dieses Produkt anschliessend alleine verwalten und alle Weiterentwicklungen selbst tragen müsst. Unter diesem Umstand kann es hilfreich sein, euer Produkt quelloffen zu veröffentlichen, damit auch andere Gemeinden von eurer Arbeit profitieren bzw. selbst beitragen können.</p>\n<p>Überlegt, ob ihr nicht ein bestehendes Produkt nutzen möchtet. Die bis Herbst 2022 durchgeführten Prozesse in Wipkingen, Zürich und Lausanne wurden allesamt mit Open Source Software durchgeführt. Ein grosser Vorteil dieser Plattformen ist, dass eine - zumeist weltweit aktive - Community die Plattformentwicklung durchführt. Somit fliessen die Erfahrungen und Bedürfnisse zahlreicher Prozesse in ein Produkt mit hinein. Open Source Software kommt häufig erstens mit dem vollen Funktionsumfang, zweitens auch mit vielen Schnittstellen, damit sich die Plattform gut in ein bestehendes Ökosystem einbetten lässt. In Zürich wurde beispielsweise das städtische E-Services Login “MeinKonto” angeschlossen. Zusätzlich schafft ihr keine Abhängigkeiten von Drittfirmen. Allerdings kann der Aufwand, den ihr selbst zum Betreiben der Plattform habt, etwas höher sein als bei einer massgeschneiderten Lösung.</p>\n<p>Ihr könnt auch ein bestehendes Produkt eines Dienstleisters kaufen, die proprietär, d.h. nicht Open-Source sind. Proprietäre Lösungen können dort eingesetzt werden, wo möglichst schnell und mit möglichst viel externem Einsatz eine Plattform zum Laufen gebracht werden muss. Als Nachteil begebt ihr euch in eine Abhängigkeit zu einem Dienstleister, denn das Produkt wird ausschliesslich durch diesen Dienstleister verwaltet.</p>\n<p>Egal, welche Option ihr am Ende wählt: klärt zunächst ab, ob es innerhalb eurer Verwaltung Vorgaben zur Beschaffung gibt. Als Beispiel folgen manche Städte dem Grundsatz «Public Money, public Code» und geben so die Richtung für Open-Source-Software vor.</p>\n<p>Häufig unterschätzt wird der Fakt, dass ein partizipatives Budget aus Datenschutzsicht ein sehr heikles Gebiet darstellt. Es werden personenbezogene Daten generiert, die speziell behandelt werden müssen. Aus diesem Grund sind die gestellten Sicherheitsanforderungen an die Plattform erhöht. So betreibt etwa die Stadt Zürich ihre Decidim-Plattform mit einer Web Application Firewall und Antivirus-Scanner für Uploads; zusätzlich musste ein Datenschutzkonzept erarbeitet werden.</p>\n<p>Hier findet ihr ein paar Beispiele für Tools, die ein partizipatives Budget durchführen können:</p>\n<h2>Open Source</h2>\n<ul>\n<li><a href=\"https://decidim.org\">Decidim</a></li>\n<li><a href=\"https://consulproject.org/en/\">Consul</a></li>\n<li><a href=\"https://adhocracy.plus\">adhocracy.plus</a></li>\n<li><a href=\"https://pbstanford.org\">Stanford Participatory Budgeting Plattform</a><br />\n<br><h2>Proprietär</h2>\n</li>\n<li><a href=\"https://e-mitwirkung.ch\">E-Mitwirkung</a></li>\n<li><a href=\"https://participare.io\">Participare</a></li>\n<li><a href=\"https://maptionnaire.com/participatory-budgeting-solution\">Maptionaire</a></li>\n<li><a href=\"https://polys.vote\">Polys.vote</a></li>\n</ul>\n<p>Haben wir was vergessen? <strong><a href=\"https://gemeinsamer.space/leitfaden\">Schaltet euch hier in die Diskussion ein!</a></strong></p>"},{"answer":"Wir möchten eine bestehende Open-Source Lösung nutzen","response":"<p>Die bis Herbst 2022 durchgeführten Prozesse in Wipkingen, Zürich und Lausanne wurden allesamt mit Open Source Software durchgeführt. Ein grosser Vorteil dieser Plattformen ist, dass eine - zumeist weltweit aktive - Community die Plattformentwicklung durchführt. Somit fliessen die Erfahrungen und Bedürfnisse zahlreicher Prozesse in ein Produkt mit hinein. Open Source Software kommt häufig erstens mit dem vollen Funktionsumfang, zweitens auch mit vielen Schnittstellen, damit sich die Plattform gut in ein bestehendes Ökosystem einbetten lässt. In Zürich wurde beispielsweise das städtische E-Services Login “MeinKonto” angeschlossen. Zusätzlich schafft ihr keine Abhängigkeiten von Drittfirmen, denn alle Entwickler:innen können am quelloffenen Code weiterarbeiten.<br />\nAllerdings kann der Aufwand, den ihr selbst zum Betreiben der Plattform habt, etwas höher sein als bei einer massgeschneiderten Lösung. Manche Open-Source Software neigen dazu, sehr viele Funktionen mitzuliefern, was die Einarbeitungszeit erhöhen kann.</p>\n<p>Egal, welche Option ihr am Ende wählt: klärt zunächst ab, ob es innerhalb eurer Verwaltung Vorgaben zur Beschaffung gibt. Als Beispiel folgen manche Städte dem Grundsatz «Public Money, public Code» und geben so die Richtung für Open-Source-Software vor.</p>\n<p>Häufig unterschätzt wird der Fakt, dass ein partizipatives Budget aus Datenschutzsicht ein sehr heikles Gebiet darstellt. Es werden personenbezogene Daten generiert, die speziell behandelt werden müssen. Aus diesem Grund sind die gestellten Sicherheitsanforderungen an die Plattform erhöht. So betreibt etwa die Stadt Zürich ihre Decidim-Plattform mit einer Web Application Firewall und Antivirus-Scanner für Uploads; zusätzlich musste ein Datenschutzkonzept erarbeitet werden.</p>\n<p>Hier findet ihr ein paar Beispiele für Tools, die ein partizipatives Budget durchführen können:</p>\n<h2>Open Source</h2>\n<ul>\n<li><a href=\"https://decidim.org\">Decidim</a></li>\n<li><a href=\"https://consulproject.org/en/\">Consul</a></li>\n<li><a href=\"https://adhocracy.plus\">adhocracy.plus</a></li>\n<li><a href=\"https://pbstanford.org\">Stanford Participatory Budgeting Plattform</a><br />\n<br><h2>Proprietär</h2>\n</li>\n<li><a href=\"https://e-mitwirkung.ch\">E-Mitwirkung</a></li>\n<li><a href=\"https://participare.io\">Participare</a></li>\n<li><a href=\"https://maptionnaire.com/participatory-budgeting-solution\">Maptionaire</a></li>\n<li><a href=\"https://polys.vote\">Polys.vote</a></li>\n</ul>\n<p>Haben wir was vergessen? <strong><a href=\"https://gemeinsamer.space/leitfaden\">Schaltet euch hier in die Diskussion ein!</a></strong></p>"},{"answer":"Wir kaufen ein Produkt eines Dienstleisters","response":"<p>Proprietäre, d.h. nicht quelloffene Lösungen können dort eingesetzt werden, wo möglichst schnell und mit möglichst viel externem Einsatz eine Plattform zum Laufen gebracht werden muss. Die Kosten sind meistens gut zu kalkulieren, da auf ein bewährtes Produkt zurückgegriffen wird.</p>\n<p>Als Nachteil begebt ihr euch in eine Abhängigkeit zu einem Dienstleister: Seid ihr mit ihm nicht mehr zufrieden, müsst ihr gleich die Plattform auswechseln, denn das Produkt wird ausschliesslich durch diesen Dienstleister verwaltet. Zusätzlich kann das Basisangebot für das Produkt günstig sein, zusätzliche Änderungen und Weiterentwicklungen aber teuer.</p>\n<p>Egal, welche Option ihr am Ende wählt: klärt zunächst ab, ob es innerhalb eurer Verwaltung Vorgaben zur Beschaffung gibt. Als Beispiel folgen manche Städte dem Grundsatz «Public Money, public Code» und geben so die Richtung für Open-Source-Software vor.</p>\n<p>Häufig unterschätzt wird der Fakt, dass ein partizipatives Budget aus Datenschutzsicht ein sehr heikles Gebiet darstellt. Es werden personenbezogene Daten generiert, die speziell behandelt werden müssen. Aus diesem Grund sind die gestellten Sicherheitsanforderungen an die Plattform erhöht. So betreibt etwa die Stadt Zürich ihre Decidim-Plattform mit einer Web Application Firewall und Antivirus-Scanner für Uploads; zusätzlich musste ein Datenschutzkonzept erarbeitet werden.</p>\n<p>Hier findet ihr ein paar Beispiele für Tools, die ein partizipatives Budget durchführen können:</p>\n<h2>Open Source</h2>\n<ul>\n<li><a href=\"https://decidim.org\">Decidim</a></li>\n<li><a href=\"https://consulproject.org/en/\">Consul</a></li>\n<li><a href=\"https://adhocracy.plus\">adhocracy.plus</a></li>\n<li><a href=\"https://pbstanford.org\">Stanford Participatory Budgeting Plattform</a><br />\n<br><h2>Proprietär</h2>\n</li>\n<li><a href=\"https://e-mitwirkung.ch\">E-Mitwirkung</a></li>\n<li><a href=\"https://participare.io\">Participare</a></li>\n<li><a href=\"https://maptionnaire.com/participatory-budgeting-solution\">Maptionaire</a></li>\n<li><a href=\"https://polys.vote\">Polys.vote</a></li>\n</ul>\n<p>Haben wir was vergessen? <strong><a href=\"https://gemeinsamer.space/leitfaden\">Schaltet euch hier in die Diskussion ein!</a></strong></p>"},{"answer":"Wir möchten unseren Prozess mit unterschiedlichen, bereits bestehenden Tools zusammenbauen.","response":"<p>Es mag trivial klingen, aber es ist zentral für ein PB, dass über den gesamten Prozess stets auf der gleichen Plattform informiert wird. Von einer “gebastelten” Lösung, etwa aus unterschiedlichen externen Dienstleistern (z.B. Eingabe bei Dienstleister Typ A, Voting bei Dienstleister Typ B, Informationen auf städtischer Homepage) raten wir ab, obschon es in vielen Fällen die günstigste Option wäre . Denn einerseits entstehen dadurch   unterschiedliche Abhängigkeiten und andererseits ist für die Teilnehmenden nicht klar, wo der Prozess nun weitergeht. Das kann Frustrationen in der Bevölkerung auslösen.</p>\n<p>Egal, welche Option ihr am Ende wählt: klärt zunächst ab, ob es innerhalb eurer Verwaltung Vorgaben zur Beschaffung gibt. Als Beispiel folgen manche Städte dem Grundsatz «Public Money, public Code» und geben so die Richtung für Open-Source-Software vor.</p>\n<p>Häufig unterschätzt wird der Fakt, dass ein partizipatives Budget aus Datenschutzsicht ein sehr heikles Gebiet darstellt. Es werden personenbezogene Daten generiert, die speziell behandelt werden müssen. Aus diesem Grund sind die gestellten Sicherheitsanforderungen an die Plattform erhöht. So betreibt etwa die Stadt Zürich ihre Decidim-Plattform mit einer Web Application Firewall und Antivirus-Scanner für Uploads; zusätzlich musste ein Datenschutzkonzept erarbeitet werden.</p>\n<p>Hier findet ihr ein paar Beispiele für Tools, die ein partizipatives Budget durchführen können:</p>\n<h2>Open Source</h2>\n<ul>\n<li><a href=\"https://decidim.org\">Decidim</a></li>\n<li><a href=\"https://consulproject.org/en/\">Consul</a></li>\n<li><a href=\"https://adhocracy.plus\">adhocracy.plus</a></li>\n<li><a href=\"https://pbstanford.org\">Stanford Participatory Budgeting Plattform</a><br />\n<br><h2>Proprietär</h2>\n</li>\n<li><a href=\"https://e-mitwirkung.ch\">E-Mitwirkung</a></li>\n<li><a href=\"https://participare.io\">Participare</a></li>\n<li><a href=\"https://maptionnaire.com/participatory-budgeting-solution\">Maptionaire</a></li>\n<li><a href=\"https://polys.vote\">Polys.vote</a></li>\n</ul>\n<p>Haben wir was vergessen? <strong><a href=\"https://gemeinsamer.space/leitfaden\">Schaltet euch hier in die Diskussion ein!</a></strong></p>"},{"answer":"Wir führen den Prozess komplett analog durch.","response":"<p>Auch wenn ihr den Prozess hauptsächlich analog durchführt, kann es sich lohnen, zumindest eine informative Webpräsenz zu erstellen. So ermöglicht ihr eine raum- und zeitunabhängige Kommunikation über das Projekt und könnt Menschen erreichen, die vielleicht gerade nicht an der richtigen Zeit am richtigen Ort waren und noch nichts vom Prozess gehört haben.</p>"}]},{"uid":"abstimmung","uri":"questions/abstimmung","multiple":false,"title":"Abstimmung","question":"Wenden wir uns der Abstimmung zu: Wer soll über die eingereichten Ideen abstimmen dürfen?","answers":[{"answer":"Wir planen keine Einschränkungen, wer abstimmen kann","response":"<p>Eine Abstimmung ohne Einschränkungen ist die niederschwelligste Form. Auch aus Usersicht kann sie am intuitivsten gestaltet werden, da kein komplizierter Registrierungs-/Anmeldeprozess nötig ist. Gleichzeitig bietet die komplette Freiheit aber auch das grösste Missbrauchspotenzial: Mehrfachabstimmungen sind beispielsweise möglich und verfälschen das Resultat, wenn keine Massnahmen getroffen.</p>\n<p>Überlegt euch, inwiefern ihr die eingegeben Projekte vor solcher Manipulationen schützen möchtet (z.B. durch kleinere technische Einschränkungen wie eine Registrierung). Durch eine Registrierung/Anmeldung könntet ihr, falls gewünscht, auch noch andere Einschränkungen der Zielgruppe gewährleisten: z.B. könntet ihr eine Registrierung durch eine nationale Handynummer fordern, was die Nutzer*innen geografisch etwas einschränkt, oder ihr könntet Haushalten im Quartier einen Code schicken mit dem man sich einloggen kann.</p>\n<p>Grundsätzlich müsst ihr euch mit einem Trade-Off befassen: Einschränkungen / Überprüfungen gehen jeweils zu Lasten der Nutzer:innenfreundlichkeit, der Zugänglichkeit (etwa für ungemeldete Menschen) und des Datenschutzes. Wir empfehlen, dass ihr euch an den Grundsatz «So viel wie nötig, so wenig wie möglich» haltet. In den durchgeführten Prozessen in Zürich und Lausanne sind bisher keine Manipulationsversuche bekannt. Bei den beiden Prozessen in Wipkingen und der Stadt Zürich wurden die Teilnehmenden nicht überprüft, ob sie im Quartier / in der Stadt. Es wurde aber in beiden Prozessen eine Registrierung vorausgesetzt, welche in der Abstimmung zusätzlich durch eine SMS-Verifikation bestätigt werden musste.</p>"},{"answer":"Wir planen Einschränkungen (z.B. örtlich / technisch)","response":"<p>Ihr könnt eure Plattform unterschiedlich vor Missbrauch schützen, etwa indem ihr eingrenzt, wer teilnehmen kann:</p>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>Technische Einschränkungen</strong> (z.B. Registrierungen)<br />\nMit technischen Einschränkungen könnt ihr die Plattform vor Manipulationen (z.B. Mehrfachabstimmungen) schützen. Ihr könntet z.B. verhindern, dass die gleiche IP-Adresse mehrfach teilnimmt.</p>\n</li>\n<li>\n<p><strong>Lokale Einschränkungen</strong> (z.B. Abgleich mit Bevölkerungsregister)<br />\nIhr könnt den Zugang für Menschen auch örtlich begrenzen, etwa indem nur diejenige Abstimmen dürfen, die in einem bestimmten Quartier wohnen/arbeiten.</p>\n</li>\n</ul>\n<p>Allerdings müsst ihr euch bewusst sein, dass jede Einschränkung auch eine weitere Hürde im Prozess bedeutet (z.B. vor einer Registrierung schrecken viele Leute zurück und je komplexer der Prozess desto fehleranfälliger ist er).</p>\n<p>Grundsätzlich müsst ihr euch mit einem Trade-Off befassen: Einschränkungen / Überprüfungen gehen jeweils zu Lasten der Nutzer:innenfreundlichkeit, der Zugänglichkeit (etwa für ungemeldete Menschen) und des Datenschutzes. Wir empfehlen, dass ihr euch an den Grundsatz «So viel wie nötig, so wenig wie möglich» haltet. In den durchgeführten Prozessen in Zürich und Lausanne sind bisher keine Manipulationsversuche bekannt. Bei den beiden Prozessen in Wipkingen und der Stadt Zürich wurden die Teilnehmenden nicht überprüft, ob sie im Quartier / in der Stadt. Es wurde aber in beiden Prozessen eine Registrierung vorausgesetzt, welche in der Abstimmung zusätzlich durch eine SMS-Verifikation bestätigt werden musste.</p>"}]},{"uid":"abstimmungsmethode","uri":"questions/abstimmungsmethode","multiple":false,"title":"Abstimmungsmethode","question":"Habt ihr euch schon Gedanken gemacht, wie abgestimmt werden soll?","answers":[{"answer":"Ja, jede Person erhält eine fixe Anzahl Stimmen.","response":"<p>Bei einer fixe Anzahl Stimmen, wie es z.B. in der Stadtidee getestet wurde, verfügen alle Abstimmenden über eine vorgängig definierte Spannbreite an Stimmen und können pro Projekt maximal eine Stimme sprechen. Die Erfahrungen aus Zürich zeigen: Bei einer Abstimmung nach Anzahl Stimmen behandelt ihr alle Projekte, unabhängig vom Budget, gleichwertig: Je weniger Stimmen zu vergeben sind, desto grösser wirken sich tendenziell die Mobilisierungseffekte aus, weil tendenziell das mobilisierende Projekt als erste Priorität gewählt wird.</p>\n<p>Ganz grundsätzlich ist es schwierig zu bestimmen, welche Abstimmungsmethode am «fairsten» bzw. am «sozialsten» ist. Es gibt Ideen, die ihr für euch möchtet, oder für die Gemeinschaft nützlich erachtet. Es gibt Ideen, die bereits gut vernetzt sind und für die Abstimmung mobilisieren können: Sollen die diesen Vorteil haben und wenn nicht, wie schwächt man die Mobilisierungeffekte ab?<br />\nDiese Fragen lassen sich nur sehr schwierig in eine Abstimmungsmethode packen, welche dann auch noch leicht technisch umzusetzen und erklär- bzw. bedienbar sein soll.</p>\n<p>Folgende, andere Methoden sind uns bekannt:</p>\n<ul>\n<li><strong>Budgetverteilung</strong> (Bsp. Quartieridee Wipkingen): Alle Abstimmenden verfügen über so viele Stimmen, bis sie das gesamte Budget ausgegeben haben. Dabei können sie eine Idee höchstens einmal auswählen, und die beantragten Kosten werden vom Gesamtbudget abgezogen. Bei der Budgetverteilungsoption legt ihr den Fokus auf den Geldwert der Projekte: Hier haben günstigere Projekte tendenziell mehr Chancen, da sie als “Füllerprojekte” für die Abstimmung gebraucht. Um Mobilisierungseffekt abzuschwächen kann es sich lohnen, ein minimal zu verteilendes Budget vorzugeben, sodass zwangsläufig mehrere Projekte ausgesucht werden müssen.</li>\n<li><strong>Methode der gleichen Anteile</strong> (Bsp. Stadtidee Aarau): Hier erhalten alle Abstimmenden eine fixe Anzahl Stimmen, die sie beliebig auf die Ideen verteilen können. Jede:r Abstimmende:r verfügt über den gleichen Anteil am Quartierbudget. In absteigender Reihenfolge nach Anzahl Stimmen werden die Ideen durchgegangen und die Idee gilt als gewählt, wenn sie durch die Budgetanteile der dafür abstimmenden Personen vollständig gedeckt werden kann.<br />\nDiese Idee wird im Juni 2023 in der <a href=\"https://www.stadtidee.aarau.ch/abstimmungsphase.html/1937\">Stadtidee Aarau erprobt</a>.</li>\n<li><strong>Janicek-Methode</strong>: Im Gegensatz zu den anderen Methode gibt es hier auch eine „Dislike“-Möglichkeit. Alle Abstimmenden erhalten eine bestimmte Menge Zustimmungen und wenige Ablehnungen, mit welchen sie jeweils eine Idee auswählen können. Weitere Informationen zu dieser Methode findet ihr <a href=\"https://www.ih21.org/en/d21-janecek-method\">hier</a>.</li>\n</ul>\n<p>Es darf in diesem Umstand auch die Frage gestellt werden, ob die Wettbewerbslogik für Projekte, die so stark auf ehrenamtlichen Engagement aufbauen, überhaupt passend ist: Viele Menschen haben unentgeltlich und mit grossem Engagement ihre Ideen ausgearbeitet, und hätten diese auch im (fast bis ganz) ehrenamtlichen Rahmen umgesetzt. Da bieten also Menschen umsonst ihre Zeit und Energie an für eine gemeinnützige Sache. Und nun soll eine Abstimmung darüber entscheiden, ob diese Projekte umgesetzt werden dürfen oder nicht?<br />\nEine abschliessende Antwort zu dieser Frage konnte noch nicht gefunden werden. Überlegt deshalb bei eurem Prozessdesign, ob nicht ein anderer Entscheidungsmodus gefunden (oder entwickelt) werden könnte, der mehr auf Kooperation statt auf Wettbewerb unter gemeinnützigen Ideen setzt.</p>"},{"answer":"Ja, jede Person erhält so viel Stimmen, bis sie das Budget ausgegeben hat.","response":"<p>Bei der Budgetverteilung, wie es in der Quartieridee Wipkingen getestet wurde, verfügen alle Abstimmenden über so viele Stimmen, bis sie das gesamte Budget ausgegeben haben. Dabei können sie eine Idee höchstens einmal auswählen, und die beantragten Kosten werden vom Gesamtbudget abgezogen. Bei der Budgetverteilungsoption legt ihr den Fokus auf den Geldwert der Projekte: Hier haben günstigere Projekte tendenziell mehr Chancen, da sie als “Füllerprojekte” für die Abstimmung gebraucht. Um Mobilisierungseffekt abzuschwächen kann es sich lohnen, ein minimal zu verteilendes Budget vorzugeben, sodass zwangsläufig mehrere Projekte ausgesucht werden müssen.</p>\n<p>Ganz grundsätzlich ist es schwierig zu bestimmen, welche Abstimmungsmethode am «fairsten» bzw. am «sozialsten» ist. Es gibt Ideen, die ihr für euch möchtet, oder für die Gemeinschaft nützlich erachtet. Es gibt Ideen, die bereits gut vernetzt sind und für die Abstimmung mobilisieren können: Sollen die diesen Vorteil haben und wenn nicht, wie schwächt man die Mobilisierungeffekte ab?<br />\nDiese Fragen lassen sich nur sehr schwierig in eine Abstimmungsmethode packen, welche dann auch noch leicht technisch umzusetzen und erklär- bzw. bedienbar sein soll.</p>\n<p>Folgende, anderen Methoden sind uns bekannt:</p>\n<ul>\n<li><strong>Fixe Anzahl Stimmen</strong> (Bsp. Stadtidee Zürich): Alle Abstimmenden verfügen über eine vorgängig definierte  Spannbreite an Stimmen und können pro Projekt maximal eine Stimme sprechen. Die Erfahrungen aus Zürich zeigen: Bei einer Abstimmung nach Anzahl Stimmen behandelt ihr alle Projekte, unabhängig vom Budget, gleichwertig: Je weniger Stimmen zu vergeben sind, desto grösser wirken sich tendenziell die Mobilisierungseffekte aus, weil tendenziell das mobilisierende Projekt als erste Priorität gewählt wird.</li>\n<li><strong>Methode der gleichen Anteile</strong> (Bsp. Stadtidee Aarau): Hier erhalten alle Abstimmenden eine fixe Anzahl Stimmen, die sie beliebig auf die Ideen verteilen können. Jede:r Abstimmende:r verfügt über den gleichen Anteil am Quartierbudget. In absteigender Reihenfolge nach Anzahl Stimmen werden die Ideen durchgegangen und die Idee gilt als gewählt, wenn sie durch die Budgetanteile der dafür abstimmenden Personen vollständig gedeckt werden kann.<br />\nDiese Idee wird im Juni 2023 in der <a href=\"https://www.stadtidee.aarau.ch/abstimmungsphase.html/1937\">Stadtidee Aarau erprobt</a>.</li>\n<li><strong>Janicek-Methode</strong>: Im Gegensatz zu den anderen Methode gibt es hier auch eine „Dislike“-Möglichkeit. Alle Abstimmenden erhalten eine bestimmte Menge Zustimmungen und wenige Ablehnungen, mit welchen sie jeweils eine Idee auswählen können. Weitere Informationen zu dieser Methode findet ihr <a href=\"https://www.ih21.org/en/d21-janecek-method\">hier</a>.</li>\n</ul>\n<p>Es darf in diesem Umstand auch die Frage gestellt werden, ob die Wettbewerbslogik für Projekte, die so stark auf ehrenamtlichen Engagement aufbauen, überhaupt passend ist: Viele Menschen haben unentgeltlich und mit grossem Engagement ihre Ideen ausgearbeitet, und hätten diese auch im (fast bis ganz) ehrenamtlichen Rahmen umgesetzt. Da bieten also Menschen umsonst ihre Zeit und Energie an für eine gemeinnützige Sache. Und nun soll eine Abstimmung darüber entscheiden, ob diese Projekte umgesetzt werden dürfen oder nicht?<br />\nEine abschliessende Antwort zu dieser Frage konnte noch nicht gefunden werden. Überlegt deshalb bei eurem Prozessdesign, ob nicht ein anderer Entscheidungsmodus gefunden (oder entwickelt) werden könnte, der mehr auf Kooperation statt auf Wettbewerb unter gemeinnützigen Ideen setzt.</p>"},{"answer":"Ja, ich verwende die Methode der gleichen Anteile","response":"<p>Bei der Methode der gleichen Anteile, wie es in der Stadtidee Aarau zur Anwendung kommt, erhalten alle Abstimmenden eine fixe Anzahl Stimmen, die sie beliebig auf die Ideen verteilen können. Jede:r Abstimmende:r verfügt über den gleichen Anteil am Quartierbudget. In absteigender Reihenfolge nach Anzahl Stimmen werden die Ideen durchgegangen und die Idee gilt als gewählt, wenn sie durch die Budgetanteile der dafür abstimmenden Personen vollständig gedeckt werden kann.<br />\nDiese Idee wird im Juni 2023 in der <a href=\"https://www.stadtidee.aarau.ch/abstimmungsphase.html/1937\">Stadtidee Aarau erprobt</a>.<br />\nGanz grundsätzlich ist es schwierig zu bestimmen, welche Abstimmungsmethode am «fairsten» bzw. am «sozialsten» ist. Es gibt Ideen, die ihr für euch möchtet, oder für die Gemeinschaft nützlich erachtet. Es gibt Ideen, die bereits gut vernetzt sind und für die Abstimmung mobilisieren können: Sollen die diesen Vorteil haben und wenn nicht, wie schwächt man die Mobilisierungeffekte ab?<br />\nDiese Fragen lassen sich nur sehr schwierig in eine Abstimmungsmethode packen, welche dann auch noch leicht technisch umzusetzen und erklär- bzw. bedienbar sein soll.</p>\n<p>Folgende Methoden sind uns bekannt:</p>\n<ul>\n<li><strong>Fixe Anzahl Stimmen</strong> (Bsp. Stadtidee Zürich): Alle Abstimmenden verfügen über eine vorgängig definierte  Spannbreite an Stimmen und können pro Projekt maximal eine Stimme sprechen. Die Erfahrungen aus Zürich zeigen: Bei einer Abstimmung nach Anzahl Stimmen behandelt ihr alle Projekte, unabhängig vom Budget, gleichwertig: Je weniger Stimmen zu vergeben sind, desto grösser wirken sich tendenziell die Mobilisierungseffekte aus, weil tendenziell das mobilisierende Projekt als erste Priorität gewählt wird.</li>\n<li><strong>Budgetverteilung</strong> (Bsp. Quartieridee Wipkingen): Alle Abstimmenden verfügen über so viele Stimmen, bis sie das gesamte Budget ausgegeben haben. Dabei können sie eine Idee höchstens einmal auswählen, und die beantragten Kosten werden vom Gesamtbudget abgezogen. Bei der Budgetverteilungsoption legt ihr den Fokus auf den Geldwert der Projekte: Hier haben günstigere Projekte tendenziell mehr Chancen, da sie als “Füllerprojekte” für die Abstimmung gebraucht. Um Mobilisierungseffekt abzuschwächen kann es sich lohnen, ein minimal zu verteilendes Budget vorzugeben, sodass zwangsläufig mehrere Projekte ausgesucht werden müssen.</li>\n<li><strong>Janicek-Methode</strong>: Im Gegensatz zu den anderen Methode gibt es hier auch eine „Dislike“-Möglichkeit. Alle Abstimmenden erhalten eine bestimmte Menge Zustimmungen und wenige Ablehnungen, mit welchen sie jeweils eine Idee auswählen können. Weitere Informationen zu dieser Methode findet ihr <a href=\"https://www.ih21.org/en/d21-janecek-method\">hier</a>.</li>\n</ul>\n<p>Es darf in diesem Umstand auch die Frage gestellt werden, ob die Wettbewerbslogik für Projekte, die so stark auf ehrenamtlichen Engagement aufbauen, überhaupt passend ist: Viele Menschen haben unentgeltlich und mit grossem Engagement ihre Ideen ausgearbeitet, und hätten diese auch im (fast bis ganz) ehrenamtlichen Rahmen umgesetzt. Da bieten also Menschen umsonst ihre Zeit und Energie an für eine gemeinnützige Sache. Und nun soll eine Abstimmung darüber entscheiden, ob diese Projekte umgesetzt werden dürfen oder nicht?<br />\nEine abschliessende Antwort zu dieser Frage konnte noch nicht gefunden werden. Überlegt deshalb bei eurem Prozessdesign, ob nicht ein anderer Entscheidungsmodus gefunden (oder entwickelt) werden könnte, der mehr auf Kooperation statt auf Wettbewerb unter gemeinnützigen Ideen setzt.</p>"},{"answer":"Nein, das ist noch unklar oder ich verwende eine andere Methode.","response":"<p>Ganz grundsätzlich ist es schwierig zu bestimmen, welche Abstimmungsmethode am «fairsten» bzw. am «sozialsten» ist. Es gibt Ideen, die ihr für euch möchtet, oder für die Gemeinschaft nützlich erachtet. Es gibt Ideen, die bereits gut vernetzt sind und für die Abstimmung mobilisieren können: Sollen die diesen Vorteil haben und wenn nicht, wie schwächt man die Mobilisierungeffekte ab?<br />\nDiese Fragen lassen sich nur sehr schwierig in eine Abstimmungsmethode packen, welche dann auch noch leicht technisch umzusetzen und erklär- bzw. bedienbar sein soll.</p>\n<p>Folgende Methoden sind uns bekannt:</p>\n<ul>\n<li><strong>Fixe Anzahl Stimmen</strong> (Bsp. Stadtidee Zürich): Alle Abstimmenden verfügen über eine vorgängig definierte  Spannbreite an Stimmen und können pro Projekt maximal eine Stimme sprechen. Die Erfahrungen aus Zürich zeigen: Bei einer Abstimmung nach Anzahl Stimmen behandelt ihr alle Projekte, unabhängig vom Budget, gleichwertig: Je weniger Stimmen zu vergeben sind, desto grösser wirken sich tendenziell die Mobilisierungseffekte aus, weil tendenziell das mobilisierende Projekt als erste Priorität gewählt wird.</li>\n<li><strong>Budgetverteilung</strong> (Bsp. Quartieridee Wipkingen): Alle Abstimmenden verfügen über so viele Stimmen, bis sie das gesamte Budget ausgegeben haben. Dabei können sie eine Idee höchstens einmal auswählen, und die beantragten Kosten werden vom Gesamtbudget abgezogen. Bei der Budgetverteilungsoption legt ihr den Fokus auf den Geldwert der Projekte: Hier haben günstigere Projekte tendenziell mehr Chancen, da sie als “Füllerprojekte” für die Abstimmung gebraucht. Um Mobilisierungseffekt abzuschwächen kann es sich lohnen, ein minimal zu verteilendes Budget vorzugeben, sodass zwangsläufig mehrere Projekte ausgesucht werden müssen.</li>\n<li><strong>Methode der gleichen Anteile</strong> (Bsp. Stadtidee Aarau): Hier erhalten alle Abstimmenden eine fixe Anzahl Stimmen, die sie beliebig auf die Ideen verteilen können. Jede:r Abstimmende:r verfügt über den gleichen Anteil am Quartierbudget. In absteigender Reihenfolge nach Anzahl Stimmen werden die Ideen durchgegangen und die Idee gilt als gewählt, wenn sie durch die Budgetanteile der dafür abstimmenden Personen vollständig gedeckt werden kann.<br />\nDiese Idee wird im Juni 2023 in der <a href=\"https://www.stadtidee.aarau.ch/abstimmungsphase.html/1937\">Stadtidee Aarau erprobt</a>.</li>\n<li><strong>Janicek-Methode</strong>: Im Gegensatz zu den anderen Methode gibt es hier auch eine „Dislike“-Möglichkeit. Alle Abstimmenden erhalten eine bestimmte Menge Zustimmungen und wenige Ablehnungen, mit welchen sie jeweils eine Idee auswählen können. Weitere Informationen zu dieser Methode findet ihr <a href=\"https://www.ih21.org/en/d21-janecek-method\">hier</a>.</li>\n</ul>\n<p>Es darf in diesem Umstand auch die Frage gestellt werden, ob die Wettbewerbslogik für Projekte, die so stark auf ehrenamtlichen Engagement aufbauen, überhaupt passend ist: Viele Menschen haben unentgeltlich und mit grossem Engagement ihre Ideen ausgearbeitet, und hätten diese auch im (fast bis ganz) ehrenamtlichen Rahmen umgesetzt. Da bieten also Menschen umsonst ihre Zeit und Energie an für eine gemeinnützige Sache. Und nun soll eine Abstimmung darüber entscheiden, ob diese Projekte umgesetzt werden dürfen oder nicht?<br />\nEine abschliessende Antwort zu dieser Frage konnte noch nicht gefunden werden. Überlegt deshalb bei eurem Prozessdesign, ob nicht ein anderer Entscheidungsmodus gefunden (oder entwickelt) werden könnte, der mehr auf Kooperation statt auf Wettbewerb unter gemeinnützigen Ideen setzt.</p>"}]}]}