Participatory Budgeting (PB) (eingedeutscht Partizipatives Budget) ist ein partizipativer Prozess, bei dem die Bürgerinnen und Bürger direkt entscheiden, wie ein Teil eines öffentlichen Budgets verwendet wird. Während dieses Prozesses werden Vorschläge und Anliegen aus der Bevölkerung identifiziert, diskutiert und priorisiert. Dabei wird der Bevölkerung die direkte Möglichkeit gegeben, Entscheidungen darüber zu treffen, wie öffentliche Gelder ausgegeben werden. Im deutschsprachigen Raum sind partizipative Budgets auch unter dem Begriff Bürgerhaushalte bekannt.
Erstmals durchgeführt in Brasilien 1988 (Porto Alegre, BR) und in einer digitalisierter Form 2001 (Ipatinga, BR) verbreitete sich das partizipative Budget landesweit und über die Grenzen hinaus auch in europäische Städte (z.B. Reykjavik, Barcelona, Paris). Digitale partizipative Budgets folgen üblicherweise einem Schema, bei dem zuerst Ideen seitens der Bevölkerung eingegeben werden, diese diskutiert und deren Machbarkeit eingeschätzt werden, und anschliessend in einer Abstimmung die umzusetzenden Ideen bestimmt werden.

Ablauf eines digitalen partizipativen Budgets aus dem Konzept «Quartieridee»
Die Schweiz testet das Vorgehen verzögert aufgrund einer Vielzahl von bereits vorhandenen direktdemokratischen Mitsprache-Instrumenten. Eine bekannte Schweizer Pilotumsetzung findet seit 2019 in Lausanne statt. Die Stadt Zürich begleitete 2020 in Wipkingen ein kleines Pilotprojekt unter dem Namen «Quartieridee», das von den Vereinen Urban Equipe, Nextzürich und dem Quartierverein Wipkingen initiiert wurde.
Ein Übersicht aller bekannten partizipativen Budgets in der Schweiz befindet sich hier.